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Columbia Threadneedle: Bei EMD mehr Risiko eingehen

Bei Schwellenländeranleihen sollten sich Investoren auf bonitätsschwächere Papiere konzentrieren, empfiehlt der EMD-Chef von Columbia Threadneedle.

Adrian Hilton, Leiter globale Zinsen und Schwellenländeranleihen
Adrian Hilton, Columbia Threadneedle Investments
© Columbia Threadneedle Investments

Die Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments hält bei Schwellenländeranleihen (Emerging Market Debt, EMD) vor allem höher verzinsliche Staats- und Unternehmenspapiere für interessant. „Hier liegt die Performance hinter der bonitätsstärkerer Emerging-Markets-Unternehmensanleihen und der von Unternehmenspapieren aus Industrieländern mit gleichem Rating“, erklärt Adrian Hilton, Leiter globale Zinsen und Schwellenländeranleihen bei Columbia Threadneedle Investments. Daraus ergebe sich Aufholpotenzial: „Die Überschussrendite von Schwellenländeranleihen gegenüber US-Hochzinspapieren spiegelt die niedrigeren Ausfallquoten und höheren Restwerte der Schwellenländeranleihen nicht angemessen wider.“ Demzufolge bestehe die Aussicht, dass sich die Renditen annäherten, was mit Kursanstiegen bei Schwellenländerpapieren verbunden wäre.

Steilere Zinskurve spricht für Lokalwährungsanleihen
Auf Lokalwährung lautende Emerging-Markets-Anleihen stellten ebenfalls eine besonders interessante Anlagemöglichkeit dar. Hilton erläutert warum: „Die Kombination aus einer Verschlechterung der fiskalischen Gesundheit, ausgelöst durch die rasch ergriffenen staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Volkswirtschaften, und der aggressiven geldpolitischen Lockerung, die aufgrund der niedrigen Inflationsraten möglich war, führte dazu, dass bei vielen Lokalwährungsanleihen die Renditekurven nun ungewöhnlich steil sind.“

Eine konstruktivere und multilaterale US-Handelspolitik könne eine konstante Erholung des weltweiten Wirtschaftswachstums unterstützen. „Dies könnte die idealen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Emerging-Markets-Währungen etwas an Boden gegenüber dem US-Dollar gutmachen können.“

Weitere Spread-Einengungen unwahrscheinlich
Auch insgesamt sind Schwellenländeranleihen Columbia Threadneedle zufolge einen Blick wert. „Wir sind skeptisch, ob es zu einer deutlichen weiteren Verengung der Kreditaufschläge von auf Hartwährung lautenden Anleihen kommen wird“, sagt Hilton. Denn die Bewertungen von Emerging-Markets-Staatsanleihen entsprächen mehr oder weniger dem langfristigen Durchschnitt, und die Bilanzrisiken seien inzwischen stärker ausgeprägt. Die Gesamtertragschancen 2021 seien jedoch nach wie vor attraktiv.

EM-Corporate-Debt mit hoher Korrelation
„Schwellenländer-Unternehmensanleihen weisen eine hohe Korrelation zu Unternehmensanleihen aus Industrieländern auf und sind selbst bei einer nur leichten Erholung des weltweiten Wirtschaftswachstums im Jahr 2021 in einer guten Position.“ Zwar sei das Jahr 2020 im Hinblick auf die Umsätze und den Bruttoverschuldungsgrad schwierig gewesen, doch die Bilanzen der Unternehmen wiesen in der Regel erhebliche ungenutzte liquide Mittel auf. Wenn sich die Gewinne 2021 erholen, könnten die Unternehmen ihre Schulden abbauen.

Großanleger unterinvestiert
Zudem sei das globale Zinsumfeld für die Performance von Schwellenländeranleihen weiterhin positiv. „Die Inflation ist niedrig, die Zentralbanken dürften ihre expansive Geldpolitik beibehalten und weltweit weisen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von etwa 15 Billionen Dollar negative Renditen auf“, sagt Hilton. „Unterdessen sind die Allokationen internationaler Anleger in die Anlageklasse nach wie vor gering, somit kann man in den kommenden Jahren mit anhaltenden Kapitalzuflüssen rechnen.“ (aa)

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