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CO2-Neutralität braucht Engagement, sagt AllianceBernstein

Um den Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft zu unterstützen, sollten nachhaltige Anleger die Kohlenstoffauswirkungen der Unternehmensanleihen in ihren Portfolios überwachen.

Shawn Keegan, ​Portfoliomanager für Credit beim Asset Manager AllianceBernstein (AB)
Shawn Keegan, Portfoliomanager für Credit beim Asset Manager AllianceBernstein (AB)
© AB

Doch um den CO2-Fußabdruck eines Portfolios zu verstehen, benötigen Investoren viel mehr Informationen, als ihnen herkömmliche Kennzahlen liefern können. Daher haben Shawn Keegan und Salima Lamdouar, Portfoliomanager für Credit beim Asset Manager AllianceBernstein (AB), einen analytischen Ansatz entwickelt, der mehr zukunftsorientierte Informationen mit besseren Einblicken liefern kann. 

Wichtigste Kennzahl ist die gewichtete durchschnittliche CO2-Intensität des Portfolios
Eine Reihe von Anbietern, darunter MSCI, haben eine Reihe von Kennzahlen für den CO2-Fußabdruck entwickelt, die die CO2-Eigenschaften eines Portfolios mit einer Benchmark vergleichen. Für Anleger in Anleihen ist die wichtigste Kennzahl die gewichtete durchschnittliche CO2-Intensität eines Portfolios. "Die Kennzahl hat mehrere Vorteile: Sie ist über alle Anlageklassen hinweg anwendbar, einfach zu berechnen, benötigt nicht die Marktkapitalisierung oder Umsatzdaten, die für andere Kennzahlen erforderlich sind, und sie kann in zwei Zahlen ausgedrückt werden – einem Wert für das Portfolio und einem Wert für die Benchmark", weiß Salima Lamdouar.

Kennzahl hat aber auch Nachteile
Eine derart simple Kennzahl könne erstens nur eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt sein, sagt Shawn Keegan. Und weiter: "Das bedeutet, dass sie nicht in die Zukunft blicken kann, um die Pläne der Unternehmen zur CO2-Reduzierung zu berücksichtigen. Zweitens kann sie die Nuancen der CO2-Nutzung nicht erfassen. Und drittens unterscheiden die bestehenden Instrumente zur Berichterstattung über die CO2-Intensität nicht zwischen den CO2-Fußabdrücken von konventionellen Anleihen und denen von grünen Anleihen oder anderen ESG-Anleihenstrukturen."

Verpflichtung zur zukünftigen CO2-Reduzierung wichtiger als Momentaufnahme
Lamdouar und Keegan sind der Meinung, dass sich ein nachhaltiges Anleihenportfolio auf Investitionen in Unternehmen konzentrieren sollte, die sich nachweislich zu einer zukünftigen CO2-Reduzierung verpflichten und gut durchdachte Strategien zur Erreichung ihrer Ziele verfolgen: "Ausgehend von MSCI-Daten zerlegen wir den gewichteten durchschnittlichen CO2-Intensitätswert eines Portfolios, so dass wir einen Einblick auf Emittentenebene erhalten. Dann analysieren wir jedes Wertpapier Emittent für Emittent und stellen dabei zwei Schlüsselfragen." 

Zwei Schlüsselfragen 
Frage 1:
Ist die Strategie des emittierenden Unternehmens auf anerkannte Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen ausgerichtet? "Um diese Frage zu beantworten, stützen wir uns auf unabhängige Untersuchungen von Drittanbietern, die uns dabei helfen, den vorausschauenden Plan jedes Unternehmens zu überprüfen und zu bewerten", so die beiden AB-Experten.

Frage 2: Wie finanzieren die Unternehmen ihren Übergang zur CO2-Neutralität? Keegan dazu: "Wir sind der Meinung, dass die Ausgabe von grünen Anleihen – oder anderen ESG-Anleihen mit spezifischen Zielen – für Unternehmen oft ein überzeugender Weg sein kann, um ihren Umstellungsplan umzusetzen. Diese Strukturen verpflichten Unternehmen zur Dekarbonisierung ohne Rücksicht auf externe Faktoren und tragen so dazu bei, die Wahrscheinlichkeit eines Kurswechsels zu verringern."

Fazit
Investoren sollten sich über die wichtigsten Meilensteine und das Endziel eines Unternehmens bezüglich der CO2-Reduzierung im Klaren sein. Dke beiden AB-Experten sind eher skeptisch gegenüber Dekarbonisierungsstrategien, die auf hypothetischen zukünftigen technologischen Fortschritten beruhen oder eine große Menge von CO2-Ausgleichskäufen beinhalten. Stattdessen ist man bei AB der Meinung, dass Anleger wissenschaftlich fundierte Ziele bevorzugen sollten. Zudem ist man überzeugt, dass Anleger auf ehrgeizige Ziele drängen und kontinuierliche Verbesserungen anstreben sollten, um bis 2050 einen Netto-Null-Emissionsausstoß zu erreichen. Das Engagement mit dem Management der Unternehmen sei der Schlüssel zum Verständnis ihrer Fortschritte, meinen Lamdouar und Keegan unisono. (kb)

 

 

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