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CLOs: Warum Senior-Tranchen derzeit attraktiver sind

CLOs stoßen bei europäischen Investoren auf wachsendes Interesse. Edwin Wilches von PGIM sieht derzeit vor allem in den Senior-Tranchen attraktive Chancen. Bei nachrangigen Tranchen würden Investoren dagegen vielfach nicht ausreichend für die Risiken entschädigt.

Edwin Wilches, PGIM: "Für uns liegt der größte relative Wert - und das beste Chance-Risiko-Verhältnis - in den höchstrangigen CLO-Tranchen."
Edwin Wilches, PGIM: "Für uns liegt der größte relative Wert - und das beste Chance-Risiko-Verhältnis - in den höchstrangigen CLO-Tranchen."© PGIM

Eckpunkte:

  • AAA-CLOs bieten rund 130 Basispunkte Spread über Euribor
  • Neue Solvency-II-Regeln erhöhen die Attraktivität für Versicherer
  • Nachrangige Tranchen preisen Risiken nicht hinreichend ein

Am europäischen Markt für Collateralised Loan Obligations (CLOs) sieht PGIM derzeit vor allem in den Senior-Tranchen Chancen. "Für uns liegt der größte relative Wert – und das beste Chance-Risiko-Verhältnis – in den höchstrangigen CLO-Tranchen", sagt Edwin Wilches, Managing Director und Co-Head des Securitized-Products-Teams bei PGIM, im Gespräch mit "Institutional Money". Bei vielen nachrangigen Tranchen werde das Risiko dagegen nicht ausreichend vergütet.

Zur Erinnerung: CLOs bündeln typischerweise rund 100 bis 200 Kredite an Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Die zugrunde liegenden Kredite stammen aus dem High-Yield-Segment, der CLO selbst wird jedoch in Tranchen unterschiedlicher Bonität und Seniorität aufgeteilt. Verluste treffen zunächst die Equity-Tranche und anschließend die nachrangigen Fremdkapitaltranchen. Die Senior-Tranchen verfügen dadurch über einen erheblichen Verlustpuffer.

"Senior-CLO-Tranchen bieten einen starken Schutz vor Verlusten im zugrunde liegenden Kreditportfolio", sagt Wilches. Zugleich warnt er vor einer zu sorglosen Bewertung der riskanteren Papiere: "Große Teile des Marktes preisen aus unserer Sicht das tatsächliche Risiko von Ausfällen oder Wertminderungen nicht ein."

Mehr Spread als Unternehmensanleihen
Für die Senior-Tranchen spricht aus Sicht von PGIM neben dem Verlustpuffer auch die relative Bewertung. AAA-CLOs bieten Wilches zufolge derzeit Spreads von rund 130 Basispunkten über Euribor. Bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen liegen die Spreads dagegen deutlich unter 100 Basispunkten.

Hinzu kommt die breite Streuung der zugrunde liegenden Kredite. Dadurch hängt die Wertentwicklung eines CLO nicht vom Schicksal eines einzelnen Unternehmens oder einer einzelnen Branche ab. Für Wilches bleibt die Qualität der Kredite dennoch entscheidend: "Wenn die Kredite schlecht sind, wird auch die Verbriefung schlecht sein."

Damit unterscheiden sich CLOs auch von den häufig mit der Finanzkrise 2008 verbundenen Verbriefungen von Immobilienkrediten. "CLOs basieren auf Unternehmenskrediten, nicht auf Verbraucher- oder Wohnimmobilienkrediten. Das ist ein großer Unterschied", sagt Wilches. Im Interview verweist Wilches zudem auf die robuste historische Entwicklung der Senior-CLO-Tranchen während und seit der Finanzkrise.

Versicherer rücken stärker in den Fokus
Zusätzlichen Rückenwind sieht PGIM durch regulatorische Änderungen. "Die jüngsten Änderungen an Solvency II haben Senior-CLO-Tranchen aus Kapitalsicht für europäische Versicherer attraktiver gemacht", sagt Wilches. PGIM registriere deshalb zunehmendes Interesse von Versicherern und anderen institutionellen Investoren. Grundsätzlich könnten Verbriefungen aus seiner Sicht zudem eine größere Rolle bei der Finanzierung der europäischen Wirtschaft spielen. (dv)

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