CLO-Markt: Nerven rund um Fonds-Anbieter liegen blank
Beim 580 Millionen Dollar schweren XAI Floating Rate & Alternative Income Trust eskaliert der Streit um die künftige Führung. Octagon wehrt sich gegen seine Ablösung, während XA Investments auf schwache Ergebnisse und den starken Rückgang des Nettoinventarwerts verweist.

- Der 580 Millionen US-Dollar schwere XAI Floating Rate & Alternative Income Trust hat einschließlich Ausschüttungen 2026 bislang 18 Prozent verloren.
- XA Investments will Octagon Credit Investors als Fondsmanager durch eine neu gegründete Einheit von King Street Capital Management ersetzen.
- Octagon spricht von einem Griff nach höheren Gebühren und bietet im Gegenzug eine Senkung der Managementgebühr um 0,4 Prozentpunkte an.
- Die Aktionäre stimmen am 30. Juli über den vorgeschlagenen neuen Manager Rockford Tower Asset Management ab.
Ein ungewöhnlich öffentlich ausgetragener Machtkampf hat laut einer Bloomberg-Meldung den börsennotierten XAI Floating Rate & Alternative Income Trust erfasst. Octagon Credit Investors versucht, die Aktionäre vor der Abstimmung Ende Juli gegen seine Absetzung als Portfoliomanager zu mobilisieren. Der bisherige Verwalter wirft XA Investments vor, durch den Wechsel einen größeren Teil der Gebühren selbst vereinnahmen zu wollen.
XA weist diese Darstellung zurück und begründet den Schritt mit der Wertentwicklung. Einschließlich Ausschüttungen verlor der Fonds seit Jahresbeginn 18 Prozent, nach einem Minus von 15 Prozent im Vorjahr. Der Börsenkurs ist binnen zwei Jahren um fast 50 Prozent gefallen und liegt 21 Prozent unter dem Nettoinventarwert.

Deutliche Erosion
Seit der Auflegung 2017 blieb das Vehikel seiner Benchmark laut XA im Schnitt um jährlich 1,91 Prozentpunkte hinterher. Zugleich hat sich der Nettoinventarwert je Anteil mehr als halbiert. Eine solche Entwicklung sei bei einem gelisteten geschlossenen Fonds nicht hinnehmbar, erklärte XA-Präsidentin Kim Flynn.
Octagon bestreitet die jüngsten Rückschläge nicht, hält den Vergleichsmaßstab jedoch für ungeeignet. Gegenüber ausgewählten CLO-Fonds und anderen hochverzinslichen Kreditstrategien habe XFLT besser abgeschnitten. Zudem bietet der Manager an, die Verwaltungsgebühr um 0,4 Prozentpunkte zu senken und Maßnahmen gegen den hohen Kursabschlag zu prüfen.
Offensive Positionierung
Rund 36 Prozent des Vermögens stecken in CLO-Equity. Der Rest entfällt auf Kredite und höherrangige CLO-Papiere. Das Segment leidet seit Längerem unter engeren Renditen und geringeren Erträgen, zuletzt zusätzlich verschärft durch den Ausverkauf bei Softwarekrediten.
Der Verwaltungsrat hat Octagons Ablösung bereits beschlossen. Am 30. Juli stimmen die Anleger daher formal über Rockford Tower Asset Management ab, eine neu gegründete Einheit von King Street Capital Management. Octagon sieht darin dennoch die letzte Möglichkeit, den Wechsel noch zu verhindern. (bloomberg/hw)