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Citigroup senkt den Daumen für Europa und hebt ihn gleichzeitig für...

Die Marktstrategen der US Wall Street-Bank stufen Europa-Aktien wegen Spannungen um Grönland herab und stufen gleichzeitig Japan herauf.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Citigroup hat europäische Aktien erstmals seit mehr als einem Jahr herabgestuft. Als Grund nennt das Institut eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Brüssel und Washington im Zusammenhang mit den Bestrebungen von Präsident Donald Trump, Grönland zu übernehmen. Darüber informiert Bloomberg News.

“Die jüngste Zuspitzung der transatlantischen Spannungen und die Unsicherheit über Zölle beeinträchtigen die kurzfristigen Anlageargumente für europäische Aktien” und belasteten den Gewinnausblick der Unternehmen auf dem Kontinent, schreiben Citigroup-Strategen um Beata Manthey in einer Mitteilung.

Citi senkte Europa ohne Großbritannien in der globalen Allokation auf Neutral und verwies auf das schwächere kurzfristige Anlageszenario. Gleichzeitig hob das Institut seine Einschätzung für japanische Aktien von “Neutral” auf “Übergewichten” an.

Europäische Aktien gerieten am Montag unter Druck, nachdem Trump neue Zölle gegen Länder angekündigt hatte, die Grönland unterstützen. Die Europäische Union erwägt unter anderem mögliche Abgaben auf US-Waren im Umfang von 108 Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) als Teil potenzieller Vergeltungsmaßnahmen. Vergangenes Jahr hatten die europäischen Börsen die Wall Street überflügelt.

Manthey hat bislang ein gutes Händchen bei europäischen Aktien
Die Citigroup-Expertin gehörte im Oktober 2024 zu den ersten Strategen an der Wall Street, die Europa auf Übergewichten hochstuften, zu einem Zeitpunkt, als viele Investoren die Region noch mieden. Seitdem ist der Stoxx Europe 600 Index um 17 Prozent gestiegen.

Allerdings könnte jede Reaktion nur von kurzer Dauer sein, bis es mehr Klarheit über die jüngsten Zolldrohungen gibt. Die vorherrschende “TACO Trade”-Haltung unter Investoren könnte eine Wiederholung des Kursrückgangs nach dem Liberation Day, als neue US-Zölle die Märkte belasteten, verhindern.

Vorerst sehen die Citi-Strategen ein besseres Risiko-Ertrags-Verhältnis in Schwellenländern und in Japan. “Unsere Ziele deuten weiterhin auf Aufwärtspotenzial für den Stoxx 600 bis Ende 2026 hin, doch wir sehen anderswo ein attraktiveres Risiko-Ertrags-Profil”, schrieben sie.

Japans Aktienmarkt hat nach Angaben des Manthey-Teams Europa als Übergewichten in der Allokation abgelöst. Der asiatische Markt verfüge über längerfristigen Rückenwind für Unternehmensgewinne und Bewertungen durch Reflation und weitere Faktoren. (aa)

Aktien Europa vs USA im Vergleich auf Basis einzelner Kalenderjahre

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