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Chris Iggo, AXA IM: Der Wind ist rauer geworden

Die Zinspolitik der US-Notenbank und der erstarkende Greenback bewegen die Märkte. Die Last der in US-Dollar verschuldeten Länder steigt. Im Gegenzug ergeben sich neue Chancen, schreibt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA IM, in einer “Institutional Money” exklusiv vorliegenden Analyse.

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Chris Iggo, AXA IM: "Alles in allem dürfte der Gegenwind für die Emerging Markets in absehbarer Zeit nicht abklingen, insbesondere angesichts steigender Zinsen in den USA. Zugleich sind die Volkswirtschaften der Schwellenländer im Großen und Ganzen gut in Form."
 
© Axa IM

Der Wind an den Emerging Markets ist rauer geworden. Steigende US-Zinsen und ein starker US-Dollar sorgen bei vielen Marktteilnehmern für Unsicherheit. Im Gegenzug ergeben sich dadurch langfristig  attraktive Bewertungen am Anleihemarkt, wobei es große Unterschiede im Hinblick auf die Performance und die Aussichten in den Schwellenländern gibt. Diese Ansicht vertritt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA IM, im nachfolgenden Gastkommentar. (aa)


„Weiterhin erhöhen steigende US-Zinsen die Schuldenlast der Schwellenländer, die Kredite in Dollar aufgenommen haben. Laut dem Institute for International Finance (IIF) stieg die gesamte auf Hartwährungen lautende Verschuldung der Schwellenländer im vergangenen Jahr auf 8,3 Billionen Dollar an. Der Refinanzierungsbedarf könne zudem bis Ende 2019 bis zu 2,9 Billionen Dollar betragen.

Wirtschaftlich gut aufgestellt
Dennoch besteht derzeit kein Grund zur Panik. So erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinen jüngsten Prognosen für das Jahr 2018 ein Wirtschaftswachstum der Schwellenländer von 4,9 Prozent. Im vergangenen Jahr lag dies bei 4,8 Prozent. Für das Jahr 2019 wird ein noch stärkeres Wachstum erwartet.

In den meisten Industrieländern sind die Zinsen immer noch niedrig und die Rohstoffpreise stabil. Das Risiko eines umfassenden Handelskriegs ist nach wie vor relativ gering. Nichts deutet im Moment auf einen konkreten globalen Abschwung hin. Makroökonomische Faktoren unterstützen die Anlageklassen der Schwellenländer – unter anderem durch niedrigere Leistungsbilanzen, höhere Währungsreserven, niedrige Inflation und eine starke globale Produktion.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Ländern, deren wirtschaftliche Entwicklung sich durch politische Veränderungen verbessert hat. Zu ihnen zählen Südafrika, Ägypten und die Ukraine. In anderen Regionen profitieren Rohstoffproduzenten wie Nigeria, Russland, Malaysia und der Mittlere Osten von gestiegenen Weltmarktpreisen. Es gibt auch Kernländer, die mit einer umsichtigen Wirtschaftsführung für Stabilität sorgen - darunter Chile, Peru und einige zentral- und osteuropäische Länder. In Asien weiß China mit positiven Entwicklungen zu glänzen. Im Reich der Mitte dürfte in diesem Jahr das Wachstum mit etwa 6,5 Prozent stabil bleiben. Weiterhin gehen Experten davon aus, dass durch die Politik der „neuen chinesische Wirtschaft“ die Entschuldung des Landes weiter voranschreitet. Auf der Makroebene hat der chinesische Markt den jüngsten Druck auf die Emerging Markets gut überstanden.

Sorgenkinder: Argentinien und Türkei
Allerdings herrscht nicht in allen Schwellenländern eitel Sonnenschein. Die strukturellen Probleme in Märkten wie Argentinien und in der Türkei sind offensichtlich. Beide Länder verzeichnen den höchsten Anstieg an Auslandsschulden in den vergangenen Jahren. Auch weisen sie erhebliche Leistungsbilanzdefizite auf. Während es der argentinischen Zentralbank nicht gelang, die anhaltende Abwertung des Peso und die starke Inflation zu stoppen, mischte sich der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in die Geldpolitik der türkischen Zentralbank ein.
 
Fazit: Alles in allem dürfte der Gegenwind für die Emerging Markets in absehbarer Zeit nicht abklingen, insbesondere angesichts steigender Zinsen in den USA. Zugleich sind die Volkswirtschaften der Schwellenländer im Großen und Ganzen gut in Form. Investoren sind somit durchaus in der Lage, Wertpotenziale und Gelegenheiten zu finden, um höhere Renditen zu erzielen.“


 

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