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CCC-Bonds senden Warnsignal an florierenden Junkbond-Markt

Unternehmen mit einer Bonität unterhalb von Investment Grade begeben derzeit fieberhaft neue Anleihen, da Investoren im Segment noch Rendite finden können - und trotz Corona zugreifen. Die Papiere einiger Firmen im ultraschwachen Rating-Bereich gehörten im zuletzt zu den besten Bondmarkt-Performern.

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CCC-Bond-Investments gleichen in ihrer Schwierigkeit oft einem Hochseilakt.
© lassedesignen

Ein Warnsignal sendet den Anlegern allerdings der Primärmarkt im besonders risikoreichen CCC-Bereich. Hier gab es vergangenen Monat laut Bloomberg-Daten das geringste Emissionsvolumen seit März. Der Anteil der CCC-Auktionen am Junkbond-Gesamtemissionsvolumen insgesamt lag bei gerade noch zwei Prozent, obwohl die Papiere am Volumen aller ausstehenden Ramschanleihen einen Anteil von rund zwölf Prozent aufweisen.

CCC-Qualitäten haben um ihre Refinanzierung zu kämpfen
Im August war das Neuemissionsvolumen im CCC-Bereich deutlich zurückgegangen.

Insolvenzgefahr schwacher Namen steigt
Wenn Unternehmen auf CCC-Bonitätsstufe kein Fremdkapital beschaffen können, müssen sie bei Fälligkeit von Schuldtiteln oft Insolvenz anmelden. Im Universum von Unternehmen mit ausstehenden Verbindlichkeiten von mehr als 50 Millionen US-Dollar gab es in den USA in diesem Jahr bislang 177 Insolvenzanträge, wie Bloomberg-Daten zeigen. Eine so hohe Zahl von Pleiten gab es im Vergleichszeitraum seit 2009 nicht mehr, als ihre Zahl bei 271 lag. Das American Bankruptcy Institute rechnet im laufenden Jahr mit einer Rekordzahl von Insolvenzen.

CCC ist alles andere als leichtes Terrain
Am Anfang eines möglicherweise lang anhaltenden Konjunkturabschwungs in besonders risikoreiche Anleihen zu investieren, könnte Ärger bringen, sagt Gary Russell, der bei DWS North America den Bereich Hochzinsanleihen leitet. “Angesichts des Covid-19-Geschehens gibt es noch immer Einiges an Konjunkturrisiken, deshalb zögern die Leute etwas, im Hinblick auf diese Unternehmen Risiken einzugehen.” Dennoch hat jede zwischen Juni und August begebene CCC-Anleihe - mit einer Ausnahme - an Wert gewonnen, wie Junkbond-Stratege Oleg Melentyev von der Bank of America anmerkt. Im Durchschnitt sei es für die Papiere fünf Cent je Dollar aufwärts gegangen. Angesichts der niedrigen US-Leitzinsen hätten die Anleger keine Wahl: “Sie müssen mitspielen.”

CCC-Spreads derzeit bei ca. zehn Prozent

CCC mit Infrastruktur-Touch findet auch heute Kapital zu günstigen Bedingungen
 Die auf den Bau und die Wartung von Stromleitungen spezialisierte Pike beschaffte im August 500 Millionen US-Dollar über achtjährige Anleihen. Dabei lag die Verzinsung bei gerade einmal 5,5 Prozent, obwohl das Unternehmen mindestens von einer Ratingagentur mit CCC eingestuft wird. Begeben wurden die Papiere bei 100 Cents je US-Dollar. Am Freitag notierten sie bei 100,5 US-Cents. “Das ist eine im historischen Vergleich sehr niedrige Rendite für CCC-Bonds, und das Papier hat sich wirklich gut entwickelt”, sagt Kevin Bakker, Co-Chef des Hochzins-Bereichs bei Aegon Asset Management. “Das zeigt, dass die Leute beim richtigen Unternehmen nicht unbedingt ein Problem damit haben, CCCs zu kaufen.” (kb)

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