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Cat-Bond-Investoren: Geht es dank Irma & Co. ans Eingemachte?

Investoren haben bei ihrer Jagd nach Rendite auch den Markt für Katastrophenanleihen verstärkt für sich entdeckt. Insgesamt fast 90 Milliarden US-Dollar flossen in Katastrophen-Anlagen, wovon die Hälfte Spitzenrisiken in der Rückversicherung für Florida-Naturkatastrophen abdeckt.

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Angesichts des Erdbebens von Mexiko und der Hurricans wie Harvey (Texas) und Irma (Florida) bleibt Investoren, die gegen - tendenziell in den letzten Jahren sinkende  - Prämien das Risiko für Spitzenschäden von Versicherern übernommen haben, nicht viel anderes übrig, als abzuwarten, wie hoch die versicherten Schäden tatsächlich ausfallen, wenn einmal die Schadensmeldungen eintreffen.

Einer der großen Player in diesem Business ist Nephila Capital mit Investments von mehr als 10 Milliarden US-Dollar, die größtenteils in Cat-Bonds investiert sind. Unter den Investoren befinden sich Staatsfonds, Hedgefonds, Pensionsfonds und Stiftungsvermögen. Nephila hat einige der größten Investoren der Welt angezigen, so hält etwa KKR einen fast 25-prozentigen Anteil und Man Group kommt auf 19 Prozent. Auch Blackstone als weltgrößter Manager alternativer Vermögensanlagen mit 72 Milliarden US-Dollar an Assets ist dabei. 

Keine Panik unter den Investoren

Der Swiss Re Cat Bond Price Return Index, der im Wochenrhythmus jeweils am Freitag berechnet wird, verlor letzte Woche 0,44 Prozent, was dem schärfsten Rückgang seit Jahreanfang entspricht. Einige Cat-Bonds handeln bei 95 Prozent des Nennwerts, meinte Paul Schultz, CEO von Aons Investmentbank-Gruppe, gegenüber Bloomberg. Aon ist bei der Emission von Cat-Bonds beteiligt. Es gebe keine unmittelbare Panik im Markt, so Schlutz weiter. Allerdings könnten einige Investoren später im Jahresverlauf noch zum Handkuss kommen, wenn mehre Katastrophen zusammenkommen, da einige Emissionen Risiken aus Hurricans und Tornados über mehrere Staaten addieren.  

Rekord-Emissionsvolumen bei Cat-Bonds 

Der Markt für Cat-Bonds und andere ILS (Insurance Linked Securities) ist zirka 86 Milliarden US-Dollar schwer, schätzt man bei S&P Global Ratings. Die Emissionstätigkeit erreichte im 2. Quartal 2017 ein neues Hoch mit mehr als sieben Milliarden US-Dollar, berichtet die Spezial-Publikation Artemis.

In der Vergangenheit gab es sehr wenige Ereignisse, wo Katastrophen so schwerwiegend waren, dass die Cat-Bond-Holder in Anspruch genommen werden mussten. Brett Houghton, Managing Prinzipal bei Fermat Capital Management, rechnet nicht damit, dass Harvey solche Schäden verursachen wird. 

Einschätzung der Irma-Schäden 

Der Cat-Bond-Spezialist Twelve Capital schätzt, dass die Gesamtsumme der versicherten Schäden in den USA in einer Bandbreite von 30 bis 60 Milliarden US-Dollar zu liegen kommt. Dazu kommen noch einmal 5 bis 15 Milliarden in der Karibik. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Schätzungen naturgemäß mit großer Unsicherheit behaftet. Für Cat-Bond-Besitzer wird es nur bescheidene Auswirkungen geben, wenn die Schäden unter 30 Milliarden US-Dollar bleiben. Bei Schäden von 60 Milliarden US-Dollar, was dem 90. Perzentil der Schätzung von Twelve Capital entspricht, wird es eine hohe einstellige bzw. niedrige zweistellige prozentuale negative Auswirkung auf Investoren geben, die entlang des Swiss Re Cat Bond Index investiert sind. 

Mit lachendem und weinendem Auge

Rückversicherer sehen hohe Schäden aus Naturkatastrophen wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits kostet die Schadensregulierung, andererseits lassen sich in Hinkunft wieder höhere Preise und damit bessere Prämien aushandeln. Aktuell steht ja das berühmte jährliche Meeting in Monte Carlo der Rückversicherungsbranche an. (kb)

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