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Carmignac macht vier Gegenwinde für die Weltwirtschaft 2022 aus

2022 dürften vier ungünstige Faktoren die Verlangsamung der Weltkonjunktur weiter prägen: eine fünfte Covid-Welle, ein Preisschock bei Lebensmitteln und Energie, die Verlangsamung im chinesischen Wohnimmobiliensektor sowie die Straffung der Geldpolitik in Schwellen- und angelsächsischen Ländern.

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Gergely Majoros, Mitglied des Investment Committee bei Carmignac
© Carmignac

Da die US-Wirtschaft weniger anfällig auf solche Schocks reagiert, wird sich die dortige Inflationsentwicklung noch stärker vom Rest der Welt abkoppeln, vermutet Gergely Majoros, Mitglied des Investment Committee bei Carmignac. Die Fed könne es sich nicht leisten, noch länger abzuwarten; angesichts der hohen Bewertung von inländischen Anlagen bringe die Einleitung einer geldpolitischen Normalisierung aber neue Risiken für die Finanzmärkte mit sich.

Teurere Energieimporte, gestörte Lieferketten in Europa
„Die europäische Wirtschaft leidet unter dem Preisanstieg von Energieimporten und ihrer Abhängigkeit von den globalen Lieferketten, die wegen der Pandemie immer noch gestört sind. Aber im Gegensatz zu den USA wird sie von einem positiven Haushaltsimpuls durch den NextGenerationEU-Aufbauplan profitieren“, glaubt Gergely Majoros. 

Chinas Wohnimmobilienmarkt macht Sorgen
„Wegen der laufenden Umstellungen im Wohnimmobiliensektor ist China weiterhin auf hohe Exporte angewiesen, um ein angemessenes BIP-Wachstum zu halten. Infolgedessen wird Peking weiter einem Anstieg des CNY entgegenwirken, indem ausländische Vermögenswerte angesammelt werden. Ein großer Teil dieser ausländischen Vermögenswerte wird auf dem Markt für US-Treasuries wieder in Umlauf gebracht, was der Fed die Umsetzung der geldpolitischen Normalisierung erschwert. Die USA werden auf China Druck ausüben, damit Peking 2022 zu einer umfassenderen Konjunkturpolitik übergeht.“

Anlagestrategie und Allokation
Im Aktienbereich legt Gergely Majoros den Schwerpunkt auf Unternehmen mit langfristigem Wachstum und guter Visibilität, die nicht übermäßig vom Konjunkturzyklus abhängen und in der Lage sind, kostenbedingte Preissteigerungen weiterzugeben und gleichzeitig ihre Geschäftstätigkeit zu erhalten. Bei festverzinslichen Anlagen ist man bei Carmginac in Bezug auf Staatsanleihen der Kernländer weiterhin sehr vorsichtig. Bei Unternehmensanleihen sind Majoros und Kollegen auch sehr selektiv und konzentrieren sich auf diejenigen Emittenten, die immer noch attraktive Renditen bieten. Aus Carmignacs Sicht bestehen in Schwellenländern zurzeit Wertnischen, und dies sowohl auf den Anleihen- als auch den Aktienmärkten. Im aktuellen Umfeld sei aber weiterhin Selektivität angesagt.

Ohne differenzierten Ansatz wird es nicht gehen
„Innerhalb eines Jahres wandelte sich das geldpolitische Umfeld von „QE Infinity“ und „auf längere Sicht niedrigere Zinsen“ in ein Umfeld, das von einem weltweiten, allgemeinen und raschen Zinsanstieg geprägt ist. Unterschiedliche Konjunkturumfelder in den einzelnen Wirtschaftsräumen machen einen differenzierten Ansatz notwendig“, weiß Gergely Majoros.
„Bei Unternehmensanleihen gehen Anleger für eine Realrendite von fast neull Prozent potentiell ein hohes Kreditrisiko ein. Im Überfluss vorhandene Liquidität in Verbindung mit einem Umfeld der finanziellen Repression impliziert, dass die Preisbildungsmechanismen nicht so funktionieren wie früher. Die daraus resultierenden Ineffizienzen sind positiv für aktive Manager.“

Worauf sich Carmignacs Risikomanagement aktuell fokussiert
In einem Umfeld, in dem die Inflation länger andauern sollte, während der Konjunkturzyklus seinen Reifepunkt erreicht, konzentriert sich Carmignacs Risikomanagement auf die aktive Steuerung des Durationsexposures, Barmittel und kurzfristige Instrumente, die ebenfalls sehr gut geeignet erscheinen, um volatile Phasen zu meistern. Dazu kommt das Exposure im US-Dollar aufgrund seines Status als sicherer Hafen und der guten Konjunkturdynamik der USA. (kb)

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