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Capital Group: Was die US-Zwischenwahlen für Investoren bedeuten

Höhere Schwankungen, schwache Performance im Vorfeld und eine Erholungsrally im Anschluss: Zwischenwahlen in den USA hatten in der Vergangenheit erheblichen Einfluss auf die Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Wer gewann, war zweitrangig.

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© vchalup / stock.adobe.com

In rund zwei Monaten stehen in den USA die sogenannten Midterm Elections an. Dabei wählen die US-Amerikaner traditionell zur Halbzeit der Präsidentschaft das Repräsentantenhaus neu, zudem ein Drittel des Senats. In der Regel verliert die Partei des Präsidenten dabei Sitze im Kongress. Ändern sich dabei die Mehrheitsverhältnisse, was in der Vergangenheit ebenfalls häufiger vorgekommen ist, dann hat das gewichtige Auswirkungen auf die Präsidentschaft, die ohne Mehrheit im Abgeordnetenhaus nicht mehr so leicht regieren kann. 

Die Capital Group hat nun die Auswirkungen der Zwischenwahlen auf die Entwicklung des US-Aktienmarkts analysiert und dazu S&P-500-Daten der vergangenen 85 Jahre untersucht. Dabei treten drei bemerkenswerte Ergebnisse zutage.

Unsicherheit kostet Rendite
Erstens haben sich in den Wahljahren die Märkte signifikant schlechter entwickelt als in anderen Jahren. Die Kurse liefen in diesen Jahren bis in den Oktober hinein fast immer seitwärts, legten bis kurz vor den Wahlen also anders als in den übrigen Jahren kaum zu. Die Analysten führen das auf die Unsicherheit im Vorfeld der Wahlen zurück. Dafür spricht auch: Nach Schließung der Wahllokale und Bekanntgabe der Ergebnisse stiegen die Kurse in der Vergangenheit meist weiter.

Volatilität steigt vor der Wahl
Dazu passt auch Befund Nummer zwei: Die Volatilität lag in Zwischenwahljahren deutlich höher als im Durchschnitt. Vor allem in den sechs Monaten vor der Wahl, die traditionell am Jahresende stattfindet, stieg die Volatilität stets deutlich an. Seit 1970 lag die Standardabweichung der Erträge in Jahren mit Zwischenwahlen im Mittel bei 15 Prozent gegenüber 13 Prozent in den übrigen Jahren (Median-Betrachtung). 

Nachher geht es wieder aufwärts
Dritter Befund: Nach den Wahlen normalisierte die sich die Lage in der Vergangenheit immer wieder, so dass die Märkte in den zwölf Monaten nach der Wahl fast immer deutlich besser performten. Seit 1950 betrug der durchschnittliche Einjahresertrag des S&P 500 nach einer Zwischenwahl 15 Prozent. Das war mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt der übrigen Einjahreserträge. Investoren können also darauf hoffen, dass es im kommenden Jahr steiler aufwärts geht. 

Im Übrigen hatte das Wahlergebnis auf all diese Faktoren kaum einen Einfluss. Ob also die Machtverhältnisse in Washington Ende des Jahres durch die Zwischenwahlen kippen, dürfte jedenfalls mit Blick auf frühere Wahlen egal sein. (fp)

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