Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Capital Group: Starke Kernallokationen am US-Anleihemarkt entscheidend

Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie müssen Investoren derzeit mit viel schwächerem Wachstum und stark sinkenden Unternehmensgewinnen rechnen. So waren auch Qualitätsanleihen von Unternehmen im 1. Quartal sehr volatil und verzeichneten einen Verlust von 3,6 Prozent.

cunningham_jerremy_capital_group_2018.jpg
Jeremy Cunningham, Investment Director bei Capital Group
© Capital Group

Während Investoren bei Rezessionen und Phasen hoher Volatilität bei Aktien die Langfristigkeit in den Mittelpunkt rücken und investiert bleiben sollten, rät Jeremy Cunningham, Investment Director bei Capital Group, einen sehr genauen Blick auf das eigene Anleihenportfolio zu werfen. Die richtige Zusammenstellung könne es zu einem Stabilitätsanker im Gesamtportfolio machen.

Weiteres Abwärtspotential für Zinsen
Nachdem „niedriger für länger“ bereits seit einigen Jahren die Aussage in Bezug auf Zinsen war, würde sich jetzt auch wieder die Diskussion über Negativzinsen entfachen, sagt Cunningham. Im März fielen die Renditen der US-Staatsanleihen bereits auf neue Allzeittiefs, nachdem die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins auf 0,00 bis 0,25 Prozent gesenkt hatte. „Wir halten negative Leitzinsen in den USA zwar nicht für wahrscheinlich, viele Marktbeobachter werden diese Möglichkeit aber zumindest in Erwägung ziehen“, so Cunningham. „Obwohl sich die US-Zinssätze der Nullgrenze nähern, gibt es noch Abwärtspotential, falls die Erholung länger auf sich warten lässt.“ Solange der Staat nicht deutlich mehr Anleihen emittiere als die Fed erwerbe, rechne der Experte auch nicht mit einem starken Zinsanstieg.

Liquiditätsprobleme erschweren die Auflösung von Risiken
Diffiziler werde die Situation dadurch, dass die risikoreichsten Segmente des Kreditmarkts wie Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating, Hochzinskredite und Leveraged Loans bereits zu Beginn des Abschwungs mit 25 Prozent des BIP ein 20-Jahreshoch erreicht hätten. Laut Cunningham sei hierbei besonders bemerkenswert, dass sich der Anteil an BBB-Anleihen am Investment-Grade-Kreditsegment den 50 Prozent genähert habe. Schon seit Jahrzenten hätte es nicht mehr so viele gefallene Engel gegeben, also auf BB herabgestufte High-Yield-Anleihen, wie in letzter Zeit. „Es wird einige Zeit dauern, dieses Ungleichgewicht abzubauen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Auflösung von Risikoprämien und die Neubewertung der Risiken im Markt weiterhin durch mangelnde Liquidität erschwert werden wird“, so Cunningham. Der Mangel an Liquidität sei in der heutigen Krise noch gravierender als zu Zeiten der Finanzkrise 2008-2009.

Spreads könnten sich wieder ausweiten
Bei Unternehmenskrediten hätten sich die Spreads erheblich ausgeweitet. Infolgedessen seien Cunningham und seine Kollegen nun weniger defensiv positioniert, blieben aber dennoch risikobewusst bei der Suche nach neuen Investmentchancen. „Die Märkte werden letztlich wieder zu günstigen Bewertungen zurückkehren, wie dies bereits in den vergangenen Wochen geschah als die Kreditspreads – die Differenz zwischen den Renditen von US-Unternehmensanleihen und US-Staatsanleihen – ihren Höchststand erreichten“, sagt Cunningham. Auch könnten sich die Spreads ungeachtet der aggressiven Maßnahmen der Zentralbanken erneut weiten – und zwar vor allem in Marktbereichen, die bislang noch nicht von Käufen oder Kreditprogrammen der Zentralbank profitiert haben. Dies könne einen attraktiven Zeitpunkt zum Einstieg bieten.

US-Staatsanleihen sorgen für Kapitalerhalt
„Wir sind der Ansicht, dass es jetzt besonders wichtig ist, ein starkes Kernportfolio zu haben, risikobewusst zu bleiben und der Versuchung zu widerstehen, zu offensiv nach Rendite zu streben“, so Cunningham. Denn obwohl die Renditen auf US-Staatsanleihen historische Tiefststände hätten, könnten sie als diversifizierendes Gegengewicht für Aktieninvestments dienen und Kapital erhalten. „Die Wahrheit ist, dass niemand weiß, wie es weitergeht“, schließt Cunningham. „Investoren können sich aber darauf konzentrieren, dass ihr Anleihenportfolio in dieser volatilen Zeit die Schocks abfedert und ein gewisses Maß an dringend benötigter Stabilität bietet“. (kb)

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren