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Capital Group: Japan ist ein Paradies für "Perlentaucher"

Japanische Aktien bieten Lichtblicke in einer düsteren Zeit, meint ein Investmentdirektor der Capital Group. Zahlreiche margenstarke Nischenplayer sind wahre "Investmentperlen", die darauf warten, von guten Stockpickern gefunden und gekauft zu werden.

Christophe Braun
Christophe Braun, Capital Group
© Capital Group

Nach Einschätzung der Capital Group bietet Japan interessante Investmentopportunitäten. Zwar werde die japanische Wirtschaft durch eine Vielzahl von Herausforderungen auf eine harte Probe gestellt. Insbesondere die Corona-Pandemie, die die ohnehin geschwächte Wirtschaft in eine Rezession gestürzt hätte und in deren Folge die Olympischen Spiele auf Juli 2021 verschoben werden mussten, sei in diesem Zusammenhang zu nennen. Die Analyse von Christophe Braun, Investment Director Equities bei Capital Group, macht dennoch Hoffnung. Denn inmitten dieses düsteren Bildes ließen sich Lichtblicke am japanischen Aktienmarkt ausmachen in Form von hochinteressanten Unternehmen respektive deren Aktien.

Japan gilt als defensiver Aktienmarkt
Noch immer werde Japan von vielen Investoren als sicherer Hafen betrachtet. Grund dafür seien Braun zufolge insbesondere die umfangreichen inländischen Ersparnisse und eine widerstandsfähige Währung. „Während sich viele Länder durch eine schwächelnde Währung und einen fallenden Aktienmarkt einer doppelten Belastung gegenübersehen, hat sich der japanische Yen im Zuge der jüngsten Volatilität als recht stabil erwiesen“, sagt Braun. „Japanische Unternehmen verfügen über umfangreiche Bargeldbestände, was im deutlichen Gegensatz zu ihren Pendants in anderen Ländern steht.“ Dies beweise erneut, dass Cash in unruhigen Zeiten ein wichtiger Faktor und dass solide Bilanzen insbesondere bei konjunkturellen Abschwüngen maßgebend seien. Liquide Unternehmen könnten einfacher strategische Maßnahmen ergreifen und so schneller und stärker aus einer Rezession hervorgehen. 

Ein Eldorado für Stockpicker
Durch fundierte Bottom-Up-Analysen ließen sich Braun zufolge in Japan viele Unternehmen identifizieren, die auf einer globalen Ebene wettbewerbsfähig und für die neue Normalität nach und mit Corona gut aufgestellt seien. Insbesondere in den Bereichen Automatisierung, Mechatronik und Präzisionsfertigung seien solche Titel zu finden, da sich die japanische Wirtschaft intensiv mit den Herausforderungen einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung beschäftige und das die Entwicklung vorangetrieben habe.

Ein weiterer Bereich, auf den Anleger ein Augenmerk richten sollten, sei der Technologiesektor. „Durch Covid-19 kam es zu einem plötzlichen Anstieg des Bedarfs für ortsungebundenes Arbeiten und das hat wiederum zu einer erheblichen Nachfrage nach Netzwerkdiensten, PCs, Tablets, Software und Cloud-Diensten geführt“, erklärt Braun. „In allen diesen Bereichen finden sich in Japan wettbewerbsfähige Unternehmen.“

Ein weiterer Aspekt, der in Japan langfristig zu konkurrenzfähigen Unternehmen führe, sei ein höherer Standard der Corporate Governance – dieser war 2015 von der Regierung per Gesetz verordnet worden. Zwar werde es einige Zeit dauern, bis Unternehmen die strategischen Vorteile einer besseren Corporate Governance verinnerlicht hätten, in Form von Dividendenerhöhungen, Aktienrückkäufen, und eines besseren Bilanzmanagements bewegten sich aber viele bereits in die richtige Richtung. 

Investmentperlen finden sich in Nischen
Auf der Suche nach attraktiven japanischen Titeln empfiehlt der Experte insbesondere in Nischenbereiche zu blicken. „Mehrere Small- und Mid-Cap-Unternehmen halten hohe Anteile am Weltmarkt“, so Braun. „Beispielsweise im Bereich der sauberen Energietechnologie bieten sie Produkte mit hohem Mehrwert und weisen Potenzial für nachhaltiges Wachstum auf.“ Auch Unternehmen mit starker Markenpräsenz könnten überzeugen und an Wachstumsdynamik gewinnen. Die steigende Kaufkraft der asiatischen Mittelschicht sei dafür der entscheidende Faktor." (aa)

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