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Capital Group auf der Jagd nach Technologieschätzen abseits der FAANG

Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google (die FAANGs) sind bei Investoren bekannt und beliebt. Doch wer abseits des Rampenlichts der Tech-Branche sucht, könne auch in anderen Branchen führende Technologieunternehmen finden, meint Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien bei Capital Group.

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Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien bei der Capital Group
© Capital Group

„Heute sind alle Unternehmen Technologieunternehmen. Das wird vom Markt aber noch nicht vollständig verstanden“, sagt Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien bei Capital Group. Er spielt dabei auf die hohen Ausgaben der globalen Wirtschaft für die digitale Transformation von etablierten Unternehmen an. Nach Zahlen von Statista werden Unternehmen bis 2024 rund 2,4 Billionen US-Dollar ausgeben, um ihr Geschäft durch Automatisierung, Online-Verkauf, maschinelles Lernen und andere Prozesse zu verändern. Technologieaffine Investoren sollten dem Experten zufolge vor allem auf diese zukunftsträchtigen Branchen schauen:

1. Industrie: Innovativer Motor der Energiewende
Wenn von Kohlenstoffemissionen die Rede ist, denken die meisten zuerst an Kraftfahrzeuge. Der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen sind jedoch Gebäude. Betrieb und Bau von Gebäuden sind weltweit für mehr als ein Drittel des Kohlenstoffausstoßes verantwortlich. Das liegt zum Teil daran, dass Heiz- und Klimasysteme, die so genannten HLK-Anlagen, ineffizient sind. „Die Verschiebung der Energieprioritäten von Regierungen und der Öffentlichkeit könnte zu einem schnelleren Austauschzyklus für Heiz- und Klimaanlagen führen“, analysiert Braun. „Dies könnte ein Rückenwind für HLK-Unternehmen sein, die schnell sauberere Systeme entwickeln und einführen können.“ Die Corona-Pandemie habe zudem neue gesundheitliche Aspekte des Wohnens in den Vordergrund gerückt. Das bedeute eine weitere, große Chance für Unternehmen, die etwa innovative Luftfiltersysteme herstellen.

2. Einzelhandel: Neues organisches Wachstum
„Click-to-Brick“ heißt exemplarisch einer der Ansätze, die Einzelhändler rund um die Welt mittlerweile anwenden: Kunden kaufen online ein Produkt und holen es anschließend im Geschäft selbst ab. Es ist eine Mischung aus On- und Offlinekanal. „Die erfolgreichsten Einzelhändler bieten ein einheitliches Kundenerlebnis auf allen Plattformen“, sagt Braun. Das sei ein großer Wandel in der Denkweise der Einzelhändler, die nun das Kundenerlebnis über alle digitalen und physischen Kanäle hinweg als Ganzes begriffen. Traditionelle Händler könnten so durch neue Technologien organisch wachsen.

3. Luxusgüter: Exklusivität trotz Massenmedium Internet
Was für die Einzelhändler ein Segen ist, könnte für Luxusmarken zur Gefahr werden: Mit einem digitalen Verkaufskanal könnten auf einen Schlag exponentiell mehr Kunden erreicht werden. Luxusunternehmen leben aber von der Exklusivität ihrer Produkte. Dass eine digitale Strategie aber keine Verwässerung der Marke bedeuten muss, zeigt etwa der französische Luxuskonzern LVMH. Dieser führte unter anderem ein digitales Tool zur Verfolgung der eigenen Waren ein. Damit wird seither die Echtheit der gekauften Produkte überprüft und die Gefahr von Diebstahl minimiert. Einige LVMH-Marken nutzen außerdem künstliche Intelligenz, um das Online-Erlebnis individuell zu gestalten. Der intelligente Spiegel von Sephora ermöglicht es Kundinnen zum Beispiel, Make-up mit Augmented Reality auszuprobieren. „Obwohl das Unternehmen seine Reichweite online vergrößert hat, haben seine Marken ihre Attraktivität weltweit beibehalten“, so Braun.

4. Restaurants und Gastronomie: Onlinebestellungen eröffnen Chancen
Der Pizzalieferant Dominos begann bereits Monate bevor die Welt von Corona erfuhr mit der kontaktlosen Lieferung und dem Lieferservice am Auto. Dafür stockte das Unternehmen sein Technologiepersonal auf und entwickelte ein eigenes Online-Bestellsystem für alle digitalen Plattformen. Das Unternehmen verfügt über eine firmeninterne „Innovationswerkstatt“, die die GPS-Bestellverfolgung und kürzlich eine „Null-Klick-Bestellfunktion“ in ihrer App entwickelt hat. Das kommt bei den Kunden gut an. So konnte Dominos seine Zuwächse bei den Auslieferungen auch während der Wiedereröffnung der US-amerikanischen Wirtschaft beibehalten. „Es ist ein Beispiel dafür, wie die von Corona besonders stark betroffene Gastronomie durch den Einsatz neuer Technologie gestärkt zurückkommen kann“, erläutert Braun. (kb)

 

 

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