CalPERS sorgt unter den US-Riesenpensionsfonds für eine Premiere
Der mächtige US-Pensionsfonds CalPERS will freigewordene Liquidität verstärkt in Privatmarktanlagen und hier bevorzugt in Private Equity investieren. Zudem steht ein Wechsel der Kapitalanlage-Strategie hin zum Total Portfolio Approach (TPA) bevor. Damit sorgt CalPERS für eine Premiere.

Eckpunkte:
- Calpers stockt Private-Equity-Anlagen auf
- Wechsel zum Total Portfolio Approach zum Sommer
- Mehr Flexibilität und höhere Gesamtrendite als Ziel
- Referenz-Portfolio aus 75 Prozent Equity und 25 Prozent Bonds
Das California Public Employees' Retirement System (CalPERS), der größte Pensionsfonds der öffentlichen Hand in den USA, will stärker über Privatmarktanlagen, hier insbesondere Private Equity, diversifizieren und dafür freigewordene Liquidität nutzen. Dies sagte Chief Operating Investment Officer, Michael Cohen (Bild links, Copyright: CalPERS), in einem Video-Gespräch der Family-Offices-Plattform Respada. Man wolle so das Portfolio, das sehr stark in die Aktienmärkte investiert sei, weiter diversifizieren.
Private Equity sei auch „Equity“ und schaffe einen Zugang zu anderen Beteiligungs-Segmenten als über den Aktienmarkt, so Cohen. Zur Orientierun: Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 lag die Anlagequote an Globalen Aktien bei 38,9 Prozent. Private Equity kam auf 17,7 Prozent.
Neue Strategie voraus, Equity dominiert
Derzeit befindet sich die Altersvorsorgeeinrichtung für die öffentlich Bediensteten in Kalifornien in einem Strategiewechsel. Nach einem Beschluss des Verwaltungsrats von CalPERS vom vergangenen November soll die Strategische Asset Allocation zum 1. Juli 2026 durch das Modell des Total Portfolio Approach (TPA) abgelöst werden.
CalPERS ist damit der erste Pensionsfonds der USA, der den Gesamtportfolioansatz TPA für seine Kapitalanlage implementiert. Im November gab der Pensionsfonds zudem bekannt, dass er gemäß eines Referenz-Portfolios eine Aufteilung in 75 Prozent Equity und 25 Prozent Bonds anstrebt.
Neuer Ansatz soll höhere Renditen bringen
Wie Michael Cohen zudem ausführte, soll der TPA-Ansatz die Flexibilität und die Zusammenarbeit der Teams zwischen den einzelnen Anlageklassen erhöhen und auch die Gesamtrendite verbessern. „Wir befinden uns mitten in der Transformation“, so Cohen. Jedoch halte man an den Investment-Teams für einzelne Anlageklassen fest. Die Expertise dieser Teams sei „enorm wichtig“.
Nach einer internationalen Studie des Thinking Ahead Institutes (WTW) zeigt sich durch den TPA gegenüber einer SAA eine annualisierte Outperformance von 1,3 Prozent in einem Zeitraum von zehn Jahren.
Nachhaltigkeit wieder Teil des Investment Office
Auch betonte Cohen die Bedeutung von Nachhaltigkeit, wobei CalPERS hier weltweit eine Führungsrolle einnehme. Das zeige sich auch in der Struktur: Wo das Nachhaltigkeitsteam noch vor einigen Jahren direkt der Geschäftsführung unterstellt gewesen sei, habe man es erneut in das Investment Office integriert.
Das Gesamtvermögen von CalPERS belief sich Ende des Geschäftsjahrs 2024/2025 auf 563 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 480 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2025). Die Kapitalanlagerendite für 2024/2025 lag bei 11,6 Prozent. Derzeit hat der Pensionsfonds 2,4 Millionen Mitglieder und einen Deckungsgrad von 84 Prozent. CalPERS zufolge verfügt die Peergroup in den USA über einen durchschnittlichen Deckungsgrad von zwischen 75 und 80 Prozent. (de)

