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BVK: Deutscher Beteiligungskapitalmarkt mit Rekordjahr 2019

Nachdem bereits in den letzten Jahren ein klarer Aufwärtstrend bei den Investitionen von Venture Capital-Gesellschaften zu erkennen war und 2018 insgesamt 1,5 Milliarden Euro investiert wurden, konnte dieser Trend 2019 fortgesetzt werden.

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"2019 war für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt ein Rekordjahr. Sowohl Investitionen und auch Fundraising erreichten neue Rekordwerte", sagt Ulrike Hinrichs (Bild), geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zur  vorläufigen Statistik für den deutschen Private Equity und Venture Capital-Markt.
© BVK

„Im letzten Jahr investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland insgesamt 14,3 Milliarden Euro und damit ein gutes Viertel mehr als im Vorjahr“, so Ulrike Hinrichs weiter. Die Jahre 2017 und 2018 konnten bereits mit 11,7 bzw. 12,0 Milliarden Euro zwischenzeitliche Höchstwerte verzeichnen. Im Jahresverlauf wurden knapp 1.000 Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert.

Aufwärtstrend bei Venture Capital hält an
Die Venture Capital-Investitionen stiegen auf 1,7 Milliarden Euro. Rund 570 Startups und junge Unternehmen wurden finanziert, die damit rund 60 Prozent aller im Jahresverlauf finanzierten Unternehmen ausmachten. „Für das deutsche Startup-Ökosystem sind dies gute Nachrichten. Die deutsche Venture Capital-Szene ist in den letzten Jahren gereift und die Zahlen sprechen für die Attraktivität deutscher Startups“, zeigt sich Dr. Regina Hodits, Vorstandssprecherin des BVK, erfreut. „Allerdings ist der Abstand zu den USA oder Asien weiterhin immens. Zudem sind es nach wie vor ausländische Venture Capital-Gesellschaften, die das Gros der Mittel in Deutschland bereitstellen. Ausländisches Kapital ist willkommen, allerdings muss es unser Anspruch sein, eine eigene schlagkräftige Venture Capital-Szene zu etablieren, wofür aber auch insbesondere bei deutschen institutionellen Investoren mehr Kapital für Venture Capital mobilisiert werden muss.“

Buy-Outs überschreiten Zehn-Milliarden-Euro-Grenze
Die Buy-Out-Investitionen erreichten mit 10,6 Milliarden Euro erstmals in der Geschichte einen zweistelligen Wert. Gleichzeitig übertrafen sie die bereits investitionsstarken Vorjahre (2017: 8,4 Milliarden Euro, 2018: 8,3 Milliarden Euro) um rund ein Viertel. „Dieses Rekordergebnis hatte sich bereits im Jahresverlauf angekündigt, da wir in diesem Jahr wieder viele sehr große Transaktionen sehen konnten“, ergänzt Hinrichs. Zu nennen sind zum Beispiel die Übernahmen von Ifco Systems, Röhm, Robert Bosch Packaging, Adco, AutoScout24 oder Axel Springer. „Auf Verkäuferseite haben wir anders als in den Vorjahren vor allem Strategen sowie Familien und Unternehmer gesehen. Dies spricht für die Attraktivität von Private Equity“. Trotz eines weiterhin sehr aktiven Mittelstandsgeschäfts sank die Zahl der Transaktionen von 176 auf 146. „Das Umfeld für Buy-Outs bleibt aber positiv. Wirtschaftslage, Finanzierungsumfeld, verfügbares Kapital und die hohe Akzeptanz von Private Equity sprechen für Beteiligungsgesellschaften, auch wenn das Bewertungsniveau weiterhin herausfordernd ist“. Bei den in der Regel mittelstandsorientierten Minderheitsbeteiligungen (Wachstums-, Replacement- und Turnaround-Finanzierungen) gingen die Investitionen allerdings leicht zurück. Nachdem 2018 noch 2,2 Milliarden Euro investiert wurden, waren es im letzten Jahr Milliarden Euro. 

Fundraising mit Sprung
Deutsche Beteiligungsgesellschaften konnten 2019 so viel neue Fondsmittel bei Investoren einsammeln wie noch nie. Das Fundraising erreichte 5,2 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als im bereits erfolgreichen Vorjahr (4,2 Milliarden Euro). „Das Fundraising-Umfeld ist aktuell so vorteilhaft wie nie. Dies führt nicht nur international, sondern auch in Deutschland zu einem starken Zufluss vor allem institutionellen Kapitals in alternative Anlageklassen wie Private Equity und Venture Capital, das in der Niedrigzinsphase nach rentierlichen Anlagen sucht“, erläutert Hinrichs. Sowohl Buy-Out-Fonds als auch Venture Capital-Fonds konnten mehr Kapital einsammeln. Auf Venture Capital-Fonds entfielen 2,9 Milliarden Euro der neuen Mittel und auf Buy-Out-Fonds 2,1 Milliarden Euro. „Einheimische Fonds sind zunehmend in der Lage, das Investoreninteresse auf Deutschland zu lenken. Die Fondsgrößen steigen“, so Hinrichs weiter.

Ausblick auf 2020
„Wir sind optimistisch mit Blick auf 2020. Das wirtschaftliche Umfeld zeigt sich trotz konjunktureller Bedenken und der Wirtschaftskonflikte robust. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Beteiligungskapital stabil“, blickt Hinrichs voraus. „In Deutschland sind mehr als 5.000 Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert. Dies ist ein solides Fundament für unsere Branche. Und das Interesse ist ungebrochen bei Gründern und Mittelständlern.“ (kb)

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