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"Buy on Bad News" ist alles andere als tot!

Von guter Stimmung waren die OECD-Prognosen zuletzt nicht geprägt. In ihrem jüngsten Ausblick spielen Aspekte wie höhere Zölle, Kapitalabflüsse aus Schwellenländern und negative Effekte der Handelsspannungen eine große Rolle. Kurzum: Die OECD erwartet ein nachlassendes Wachstum der Weltwirtschaft.

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Sven Lehmann, HQ Trust
© HQ Trust

Doch führt das auch zu sinkenden Aktienkursen? "Das Gegenteil könnte der Fall sein", sagt Sven Lehmann. Der Fondsmanager bei HQ Trust hat analysiert, ob es einen Zusammenhang zwischen negativen Wirtschaftsindikatoren und der Aktienperformance gibt.

Zusammenhang zwischen negativen Wirtschaftsindikatoren und Aktienperformance 
Die Ergebnisse seiner Segment-Analyse fördern Überraschendes zutage: Lag der Anteil der OECD-Länder mit negativen wirtschaftlichen Indikatoren zwischen 0 und 25 Prozent (erstes  Segment), verloren die Aktienkurse des MSCI ACWI in den kommenden 12 Monaten im Schnitt 1,1 Prozent an Wert. Im zweiten Segment lag der Anteil der OECD-Länder mit negativen wirtschaftlichen Indikatorenzwischen 25 und 50 Prozent. Hier konnten die Kurse im Schnitt 11,5 Prozent zulegen. Im dritten Segment lag deren Anteil zwischen 50 und 75 Prozent. Da konnten die Kurse im Durchschnitt 11,8 Prozent hinzugewinnen. Lag der Anteil der OECD-Länder mit negativen Wirtschaftsindikatoren zwischen 75 und 100 Prozent, legten die Kurse im Schnitt gar um 18,6 Prozent zu. Diesen Zusammenhang illustriert der folgende Chart.

Zeiten mit negativen Wirtschaftsindikatoren erwiesen sich als gute Kaufgelegenheiten
Anteil von OECD-Staaten mit negativen Wirtschaftsindikatoren versus künftiger Aktienkursperformance

Quelle: HQ Trust

Untersuchungszeitraum 50 Jahre
Für die Analyse untersuchte Sven Lehmann die OECD Composite Leading Indicators (CLI) in den Jahren von 1969 bis 2018. Die Verteilung auf die vier Segmente ist relativ gleichmäßig (24,4/ 26,9/ 29,3/ 19,4 Prozent). Derzeit liegt der Anteil negativer Wirtschaftsprognosen bei 80 Prozent - mit steigender Tendenz.

Antizipativer Aktienmarkt
„Wirtschaftsindikatoren sind zwar geeignet für die Aktienmarktprognose, aber nicht im intuitiven Sinne. Investoren sollten in Aktien investieren, wenn die Indikatoren überall eher negativ sind. Denn der Aktienmarkt hat diese Entwicklung meist schon mit fallenden Kursen antizipiert. Im Gegenzug sollten Investoren Aktien eher nicht kaufen, wenn die Wirtschaftsindikatoren hauptsächlich positiv sind - dann ist der zukünftige Aktienertrag über die nächsten 12 Monate eher schlechter“, lautet Lehmann Résumé. "Buy on bad OECD CLI news" dürfte also gar keine so schlechte Empfehlung sein. (kb)

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