Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Buy in May? - Kann das denn sein?

Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen AG, ist der Ansicht, dass 2016 "Sell in May" die falsche Strategie darstellt.

gottfried_urban_neue_vermögen.jpg
Gottfried Urban

"Auch wenn die Börsen selbst alles andere als normal wirken, die Stimmung an den großen Aktienmärkten in den USA und Europas ist es wieder", meint Gottfired Urban. Ende August 2015 fiel der DAX deutlich unter die 10.000 Punktemarke. Seither hielten sich die Pessimisten und die Optimisten immer die Waage.

Normalität an der Börse bedeute aber, dass zwei Optimisten einem Pessimisten gegenüberstehen. Genau diese Relation habw sich in den vergangenen Wochen wieder eingestellt - und der DAX ist wieder über die 10.000 Punkte geklettert. In den USA stehen die Kurse sogar nahe dem Hochpunkt. Marktteilnehmer begrüßen es, dass sich der Ölpreis stabilisiert. Die Dividendensaison ist in vollem Gange. Und wenn es auch Unsicherheit über die Fortschritte in Griechenland gibt, es ist einfach zu viel Geld an der Seitenlinie, denn EZB-Chef Draghi bleibt bei der ultralockeren Geldpolitik.

Börsen liefern wieder Kaufsignale

Das billige Geld werde weiter in Vermögenswerte investiert werden und die Preise für Immobilien, aber auch für Aktien noch oben treiben, ist Urban überzeugt, und das noch für Jahre. Wer auf Trendlinien und Kursbilder achte, müsse jetzt nach und nach wieder investieren. In den USA seien alle Branchenindizes nun wieder über der wichtigen 200 Tagetrendlinie. Auch der DAX habe  vor wenigen Tagen dieses Kausignal geliefert. Sicher sei, dass bei weiter steigenden Kursen diverse Handelssysteme weiter zukauften.

Wer aktuell nicht im Aktienmarkt engagiert ist, der hat vielleicht auch die Saisonalität im Auge. Denn die Statistik lehrt, dass November bis April die besten Börsenmonate sind. Diesen Winter war alles anders. Der DAX fiel von 11.400 Punkten Ende November auf unter 9000 Punkte im Februar 2016. Immer tiefere Kursziele wurden ausgegeben. Trendfolgesysteme steigen erst wieder bei stabilen Aufwärtstrends ein.

Saisonalitätsstrategie passt 2016 nicht

In diesem Jahr hat die Saisonstrategie also bisher nicht funktioniert, es gab den schlechtesten Jahresstart seit langem. Wie könnte es weitergehen? Bekommen wir in den nächsten Wochen eine in Euphorie verfallende Börse, soll heißen: Optimisten sind im Verhältnis vier zu eins in der Überzahl, dann sollte man zumindest kurzfristig Gewinne mitnehmen, rät Urban.

In den nächsten Wochen ist da aber seiner Ansicht nach keine Gefahr zu sehen, denn Euphorie sehe anders aus. In einer Phase hoher Unsicherheit könne man Aktien einsammeln. Ist die Wirtschaft in Hochform, ist es meist zu spät für Aktien. "Wenn die Qualität der gehaltenen Aktien, die Risikostreuung und der Anlagehorizont passen, dann sollte in diesem Jahr die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away" nicht gelten", lautet Urbans Résumé. (kb)
 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren