Bundesbankchef sieht Zweifel an einem sicheren Hafen wachsen
Dr. Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, beobachtet wachsende Zweifel am Status des US-Dollars als sicherer Hafen.

Eckpunkte:
- Der US-Dollar verliert bei vielen Investoren an Vertrauen
- Ein schwächerer US-Dollar hat Auswirkungen auf die Preisentwicklung in der Eurozone, aber auch auf die Konjunkturentwicklung
Paradigmenwechsel?
Die traditionelle Rolle des Dollars als bevorzugte Währung in unsicheren Zeiten wird laut Bundesbankpräsident Joachim Nagel zunehmend infrage gestellt. Dies habe zu einer Schwäche der US-Währung geführt, so das EZB-Ratsmitglied. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.
“Die Zweifel am Status des Dollars als sicherer Hafen sind gestiegen”, sagte Nagel am Sonntag vor Unternehmern in Baden-Baden. “Vorläufig dürfte die Schwäche des Dollars anhalten, da der Vertrauensverlust internationaler Investoren durchaus andauern könnte.”
Euro-Aufwertung hilft bei der Inflationsbekämpfung
Nagel betonte, dass “die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar – und anderen Währungen – seit März des vergangenen Jahres für Wachstum und Inflationsentwicklung im Euroraum eine Rolle spielt”.
Die meisten EZB-Räte haben das Risiko heruntergespielt, dass der jüngste Anstieg des Euro die Entwicklung der Verbraucherpreise beeinflussen könnte. Nagel unterstrich, dass das aktuelle “Inflationsbild im Euroraum insgesamt günstig ist”.
“Wir sind in einer guten Position”, sagte Nagel in seiner Rede. Er bekräftigte sein Bekenntnis zum Sitzung-für-Sitzung-Ansatz der Europäischen Zentralbank. “Gleichzeitig sind wir jederzeit bereit, unsere geldpolitische Ausrichtung in jede Richtung anzupassen, wann immer es nötig wird.” (aa)

