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Bundesanleihen: Rendite steht Kopf wie seit 30 Jahren nicht mehr

Deutsche Bundesanleihen senden ein Rezessions-Warnsignal: Denn der Spread zwischen zweijährigen und zehnjährigen Papieren ist so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr.

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© Komarov Andrey / stock.adobe.com

Die Signale des Bondmarkts werden immer lauter: Deutschland steuert auf eine Rezession zu. Die Rendite von Kurzläufern ist höher als die von längerfristigen Bundesanleihen, und das in einem Ausmaß, das zuletzt kurz nach der deutschen Wiedervereinigung gesehen wurde, hält Bloomberg News in einer aktuellen Kurzanalyse fest.

Zweijährige Bundesschatzanweisungen schlossen am Mittwoch mit dem größten Renditeaufschlag gegenüber zehnjährigen Bunds seit 1992. Vor zwei Wochen hatte sich die Renditekurve erstmal seit der Pandemie im Jahr 2020 umgekehrt, wie nachfolgende Grafik veranschaulicht:

Noch höhere Zinsen?
Zur Erinnerung: Die Zinskurve steigt normalerweise mit zunehmender Laufzeit an. Anleihen, deren Rückzahlung weiter in der Zukunft liegt, vergelten die größere Unsicherheit mit höheren Zinsen. Kehrt sich dieses Verhältnis vorübergehend um und zahlen kurzfristige Bonds eine höhere Rendite, signalisiert dies die Markterwartung, dass die Zinsen kurzfristig hoch bleiben und dann fallen, wenn sich die Konjunktur verlangsamt. Diese Anomalie geht oft einer Rezession voraus.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, und ihr Ratskollege Gediminas Simkus betonten kürzlich, dass ein Abschwung die steigenden Preise im Euroraum wahrscheinlich nicht wesentlich drücken würde. Dies deutet darauf hin, dass weitere Straffungen erforderlich wären.

Der deutsche Einkaufsmanagerindex, ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im Privatsektor, zeigte am Mittwoch einen Rückgang der Aktivität an. Die OECD sagte am Dienstag einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent im nächsten Jahr voraus. Auch die Bundesbank erwartet eine wirtschaftliche Kontraktion im vierten Quartal und zu Jahresbeginn. (aa)

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