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Branchen mit Performancedifferenzen: Sektorallokation treibt Renditen

Aktienanleger tun gut daran, genau auszuwählen, in welche Branchen sie investieren. Diese Sektor-Allokation war im bisherigen Jahresverlauf 2022 besonders wichtig, stellt Marc Decker, stellvertretender Leiter Aktien bei Quintet Private Bank, der Muttergesellschaft von Merck Finck, fest.

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Marc Decker, Stellvertretender Leiter Aktien bei Quintet Private Bank
© Merck Finck Privatbankiers

"Der Performance-Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Branche betrug auf US-Dollar-Basis im Zeitraum zwischen Jahresanfang und Ende August rund 60 Prozentpunkte. Selten wurden in der Vergangenheit höhere Differenzen gemessen", weiß Marc Decker, stellvertretender Leiter Aktien bei der Quintet Private Bank, der Muttergesellschaft von Merck Finck, zu berichten. "In Euro gerechnet ergeben sich sogar noch höhere Renditeunterschiede."

Energie war bis dato Trumpf, Tech mit roter Laterne
Wenig überraschend waren es seit Jahresanfang vor allem Energieaktien, die mit über 56 Prozent Plus an der Spitze des Feldes lagen, während Technologietitel mit rund 22 Prozent Minus das Schlusslicht bildeten. Doch auch zwischen anderen Sektoren herrschten teils große Differenzen. Industriedienstleister erzielten etwa eine Wertentwicklung von über 17 Prozent, wohingegen Einzelhändler über elf Prozent verloren.

Starke Streuung der Renditen vor allem in Zeiten des Umbruchs und der Krise
So erreichte der Unterschied zwischen bestem und schlechtestem Sektor im Corona-Jahr 2020 rund 80 Prozentpunkte, und ähnlich sah es während der Finanzkrise im Jahr 2009 aus. Doch auch in einem ruhigeren Fahrwasser sind die Unterschiede signifikant und liegen in den meisten Jahren zwischen 30 und 50 Prozentpunkten.

Renditeoptimierung durch Sektor-Play
Investoren, die sich frühzeitig für Sektortrends in Position bringen, können auf diese Weise also die Rendite ihrer Anlagen insgesamt spürbar optimieren. Decker dazu: "Wichtig ist allerdings, dass man diese Positionierung bewusst als taktisches Instrument im Zusammenhang ihres Gesamtportfolios sieht. Das Momentum einzelner Sektoren lässt sich häufig über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sinnvoll ausspielen. Indes sollten Engagements in Einzelaktien auf einer fundamentalen Einschätzung mit einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren bestehen. Die Positionierung des Portfolios für längerfristige thematische Trends – etwa Demografie oder Digitalisierung – sollte sogar auf Sicht von fünf bis zehn Jahren vorgenommen werden." 

Sektorperformance-Treiber im Blick behalten
Dies ist für das Gelingen der taktischen Sektor-Positionierungen entscheidend. Decker dazu: "Im bisherigen Jahresverlauf waren zwei Kernthemen auffällig: die Verlagerung von Wachstums- zu günstiger bewerteten Value-Werten, insbesondere getrieben durch die Inflation, sowie die Angst vor einer globalen Rezession, die Anleger in Richtung risikoärmerer Sektoren mit stabilen Cashflows und Erträgen gedrängt hat. Im Blick nach vorn halten wir eine Mischung aus defensiven Sektoren und einigen längerfristigen Wachstumssektoren, die im bisherigen Jahresverlauf eine schwache Performance gezeigt haben, für aussichtsreich. Wir halten insbesondere die Bereiche Gesundheitstechnologie, Einzelhandel (insbesondere Lebensmitteleinzelhandel) und Konsumgüter für attraktiv."

Begründung
In der Vergangenheit haben diese Sektoren in einem ähnlichen Umfeld eine bessere Performance als der Markt gezeigt. Mittelfristig sollten diese defensiven Sektoren durch eine Allokation in zwei wachstumsstärkere Sektoren – Industriedienstleistungen und Technologie – ergänzt werden. Nach dem Bottom-up-Modell des Hauses seien dies zwei der stärkeren Sektoren, da beide von hochwertigen Unternehmen mit marktführenden und schwer zu kopierenden Geschäftsmodellen dominiert würden. Die jüngste Underperformance habe hier attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen, so Decker. (kb)

 

 

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