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Boston Consulting zur Coba: tiefe Einschnitte plus Strategiewechsel

Die Commerzbank muss ihr Geschäftsmodell weiter überarbeiten und Kostensenkungen intensivieren. Dies geht aus einer von der Regierung in Auftrag gegebenen Überprüfung hervor, die den Druck auf den Vorstandsvorsitzenden Martin Zielke verstärkt, drastischere Maßnahmen zu ergreifen.

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Commerzbank-CEO Martin Zielke
© Commerzbank

Boston Consulting Group (BCG) erklärte, die Bank sollte schneller zu einer digitalen Strategie übergehen und tiefgreifende Einschnitte bei ihrem Filialnetz vornehmen, wie von Personen verlautete, die Einsicht in den Bericht hatten. Die Bundesregierung hatte das Beratungsunternehmen um Rat zu ihrer Investition in die Commerzbank gebeten. In dem Bericht werden die mittelfristigen Gewinnziele des Unternehmens als zu niedrig kritisiert. Außerdem sollte die Bank erwägen, die Kostensenkungsziele zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen, erklärten Insider gegenüber Bloomberg. 

Zielke bemüht sich um die Unterstützung der Investoren
Dies auch deshalb, weil die Ziele allgemein als nicht sehr ehrgeizig angesehen wurden, nachdem Zielke im vergangenen September eine Reihe neuer Ziele vorgestellt hatte . So ist beispielsweise das Rentabilitätsziel im Vergleich zu Wettbewerbern sehr tief. Zielke asrgumentiert, dass die Bank 800 ihrer rund 1.000 Filialen behalten müsse, um im wettbewerbsintensiven deutschen Bankkundengeschäft zu wachsen, auch wenn die Margen hauchdünn seien.

Kein öffentlich zu machender Bericht
BCG teilt seine Ergebnisse nun der deutschen Finanzagentur mit, die die Commerzbank-Beteiligung der Regierung überwacht und den Bericht an das Finanzministerium weiterleitet. Regierungsbeamte werden dann die Ergebnisse mit der Führung der Commerzbank besprechen, erklärten die informierten Personen. Die Bundesregierung ist mit einem Anteil von 15 Prozent der mit Abstand größte Aktionär der Commerzbank. Der BCG-Bericht empfiehlt außerdem, die Kapitalmarktaktivitäten der Commerzbank weiter zu reduzieren, ihre Auslandsaktivitäten einzuschränken und stärker in IT zu investieren.

Keine neuen Erkenntnisse
Eine Commerzbank-Sprecherin wies auf eine Ankündigung von Zielke und Finanzvorstand  Bettina Orlopp bei der Ergebnispräsentation zum vierten Quartal vor zwei Wochen hin, wonach die Bank an zusätzlichen Kostensenkungen arbeite. Spätestens im Sommer sollen weitere Details bekannt gegeben werden. Die Bank sagte auch, dass sie den Umstieg auf digitales Banking beschleunigt, nachdem sie zuvor die im ersten Turnaround-Plan für 2016 festgelegten Digitalisierungsziele nicht erreicht hatte. Auch die Ziele für Umsatz, Stellenabbau und Rentabilität in diesem Plan wurden nicht erfüllt, sodass sich Zielke dazu gezwungen sah, im September einen neuen Plan zu präsentieren.

Nicht nur Cerberus ist unzufrieden
Mehrere Großaktionäre und Aufsichtsbehörden, darunter Cerberus Capital Management, lehnten das neue Rentabilitätsziel der Commerzbank kurz nach der Vorstellung der neuen Strategie durch Zielke im vergangenen September insgeheim als zu niedrig ab, sagten damit vertraute Personen damals. Die Bundesregierung gehörte zu den Investoren, die ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten, sagten die informierten Personen jetzt. (kb)

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