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Bonds sind so teuer geworden, dass Hedgefonds lieber Gold kaufen

​Hedgefonds wenden sich Gold als sicherem Hafen zu, nachdem der weltweite Bestand an Anleihen mit negativen Renditen von Tag zu Tag größer wird.

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© leowolfert / Fotolia

Das gelbe Metall wird von Damien Loh von Ensemble Capital bevorzugt, einem ehemaligen Optionshändler bei J.P. Morgan, nachdem die weltweiten Bondbewertungen schwindelerregende Niveaus erreicht haben. Der dynamische Fonds von AMP Capital Investors setzt ebenfalls auf Gold, während Morphic Asset Management auf eine Outperformance von Gold gegenüber dem Dollar spekuliert, wie Bloomberg News berichtet.  “Wir beobachten, ob es Anzeichen für eine Rezession gibt, und ich denke, dass im Moment viele Wege noch zu Gold führen”, sagte Geoff Wood, Leiter für Makro und Risiko bei Morphics in Sydney. “Ich habe absolut nichts“ für Anleihen übrig, sagte er.

How low can it go?
Die Debatte darüber, wie tief die Anleiherenditen sinken können, verschärft sich, da die unaufhaltsame Rallye an den globalen Rentenmärkten keinerlei Anzeichen einer  Verlangsamung angesichts zunehmender Besorgnis über einen Konjunkturabschwung zeigt. Dies war für Makrofonds auf der Jagd nach Renditen und Erträgen rätselhaft. Nun kommt Gold ins Spiel, das in diesem Jahr um 18 Prozent gestiegen ist - weit mehr als andere sichere Häfen wie Yen, Schweizer Franken und US-Treasuries.

Zinsenloses Gold hat keinen Nachteil mehr
Eine Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten in China und Deutschland und die Inversion der Renditekurve am Mittwoch - die oft als Vorbote einer Rezession angesehen wird - haben die Anleger diese Woche erneut in die sicheren Häfen flüchten lassen. Während Gold-Pessimisten oft betonen, dass das Metall keine Rendite bietet, können Gold-Optimisten darauf verweisen, dass der weltweite Bestand an Anleihen mit negativer Rendite am Mittwoch den Rekordwert von 16 Billionen Dollar erreichte. “Anleihen sind wirklich teuer und ich halte mich fern”, sagte Loh, CIO bei Ensemble in Singapur. „Es gibt bessere Transaktionen in sicheren Häfen, einschließlich Long-Positionen in Gold, wenn die Anleiherenditen bei so gut wie nichts liegen.”

Rezessionsängste
Diese könnten nach Ansicht der Zentralbanker jedoch fehl am Platz sein. Die Konjunkturlage in den USA ist „recht gut“, die Arbeitslosigkeit befindet sich nahe einem 50-Jahres-Tief, sagte der Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard. Der zweithöchste Notenbanker der Reserve Bank of Australia (RBA) schaltete sich am Donnerstag in die Debatte ein und bezweifelte, dass es sinnvoll sei, die Inversion der Treasuries-Renditekurve als Anzeichen für eine Rezession zu sehen. “Im Moment wächst die US-Wirtschaft in der Tat über der Trendrate, so dass sie von dem Niveau aus noch deutlichen Spielraum für eine Verlangsamung hat“, sagte Guy Debelle, stellvertretender Gouverneur der RBA. Handelsstreitigkeiten seien jedoch ein wesentliches Risiko, sagte er.

Doppelstrategie
Nader Naeimi von AMP in Sydney geht kein Risiko ein und kauft sowohl Anleihen als auch Gold. Er ist sich bewusst, dass die Bewertungen von Anleihen nach der Rally ziemlich hoch sind. Long-Position in Anleihen, Long-Position in Gold”, das ist der richtige Weg “, sagte Naeimi, der den AMP-Fonds für dynamische Märkte leitet, gegenüber Bloomberg. „Anleihen sind teuer und zu gefragt, aber ein Katalysator für eine Trendumkehr ist noch nicht vorhanden". (kb)

 

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