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Bonds: Japan und Europa schwächeln, risikoreichere Titel haben Chancen

Peter Becker analysiert die Potenziale im Fixed-Income-Bereich und fasst seine Ergebnisse zusammen. Er sieht nur begrenztes Potenzial in Europa.

Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei der Capital Group
„Während europäische Anleihen zwar vereinzelt Chancen bieten, insgesamt aber schwächeln und japanische Anleihen stark von den Entwicklungen der Bank of Japan abhängig sind, haben US-High-Yield-Anleihen eine der besten Entwicklungen aller Zeiten in einer ersten Jahreshälfte erfahren“, sagt Peter Becker (Bild), Fixed Income Investment Director bei Capital Group.
© Capital Group

Die europäische Konjunktur habe sich im ersten Quartal des Jahres zwar stabilisiert, sei aber auch zukünftig anfällig für politische Entwicklungen und bleibe volatil. Die deutsche Industrie schwächele beispielsweise unter den niedrigeren Nachfragen aus China, den USA und Großbritannien. Positive Signale sende hingegen die Binnennachfrage, die durch niedrige Energiepreise und eine lockere Fiskalpolitik gestärkt worden sei. Letztere könne in Zukunft gar noch expansiver werden, wenn die Inflationsrate weiterhin niedrig bleibe.

Titel außerhalb des Euroraums interessanter
„Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint aus früheren Fehlern gelernt zu haben, als sie langsam reagierte“, sagt Becker. „Jetzt scheint sie einen vorausschauenden Ansatz zu signalisieren.“ Zwar böten sich einzelne Opportunitäten bei europäischen Anleihen, Titel außerhalb des Euroraums seien jedoch interessanter. Bei einer reinen Europastrategie seien insbesondere Anleihen aus den Semi-Core-Ländern und der Peripherie hervorzuheben. Die Kernländer seien insgesamt weniger attraktiv.

Japan ist abhängig von China und den USA
Die sich abkühlende Weltkonjunktur sorge für Druck auf die Bank of Japan (BoJ). Außerdem könnte eine Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und China sich stark negativ auf Japans Wirtschaft auswirken. Eine Konsequenz könnte ein weiteres Sinken der Kurzfristzinsen sein – auch wenn der Yen aufgrund von Deflationsangst dadurch kurzfristig zulegen könnte. „Trotz aller fiskalpolitischer Bemühungen um eine steilere Zinsstrukturkurve sind die Renditen strukturell gefallen“, sagt Becker. „Wir glauben daher, dass die üblichen geldpolitischen Maßnahmen nur wenig ausrichten können.“ Eine deutlich expansivere Geldpolitik, die dann zu höheren Renditen führen könnte, sei jedoch nur bei einem deutlichen Konjunkturabschwung wahrscheinlich. „Wegen der niedrigen Renditen suchen japanische Investoren nach höher verzinslichen Titeln im Ausland“, so Becker. „Insgesamt erscheinen risikoreichere Anleihen attraktiver.“

Risikoreichere Titel verzeichnen positive Entwicklung
Seit Jahresbeginn haben US-High-Yield-Anleihen eine der besten Entwicklungen aller Zeiten in einer ersten Jahreshälfte gezeigt – insgesamt seien sie um 9,94 Prozent gestiegen – und die Fundamentaldaten seien noch immer gut. Eine gewisse Vorsicht sei zwar geboten, da die Unternehmensgewinne in der zweiten Jahreshälfte nachgeben könnten und dieses Risiko in den aktuellen Bewertungen eventuell noch nicht abgebildet sei. Dennoch könnte das Umfeld niedriger Ausfallquoten anhalten, wenn die US-Notenbank ihre Geldpolitik weiter lockere – und danach sehe es aktuell aus. „Insbesondere festverzinsliche High-Yield-Anleihen sind bei den Investoren in den Fokus gerückt und haben Zuflüsse verzeichnet“, sagt Becker. „Variabel verzinsliche Loans sind wegen der erwarteten Geldpolitik dahingegen weniger gefragt.“

Auch Schwellenländernanleihen haben im zweiten Quartal 2019 Gewinne erzielt
Lokalwährungsanleihen hätten dabei Anleihen, die in US-Dollar denominiert sind, übertroffen. Insbesondere die angedeuteten expansiven Geldpolitiken von Fed, EZB und BoJ seien der Grund dafür, der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt rücke dahingegen in den Hintergrund. „Die Renditen in Industrieländern sind zurückgegangen, und die renditestärkeren Titel aus Emerging Markets dementsprechend attraktiver geworden“, sagt Becker. Und auch für die Zukunft seien Schwellenländeranleihen vorsichtig optimistisch zu bewerten. Insgesamt seien deren Bewertungen und Fundamentaldaten nach wie vor ordentlich, auch wenn unterschiedliche Risiken der sehr diversen Schwellenländer im Blick bleiben sollten. Eine moderate Übergewichtung empfehle sich aktuell bei länger laufenden Lokalwährungs-Staatsanleihen; bei in Fremdwährungen denominierten seien dahingegen kürzer laufende Titel mit höheren Zinsen interessant. Auch ausgewählte Emerging-Market-Unternehmensanleihen seien günstig bewertet – vor allem in den Sektoren Bankwesen und Transport. (kb)

 

 

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