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BOJ-Zinsentscheidung: Normalisierung mindestens so schnell wie bisher

Die Bank of Japan (BOJ) hat ihre Zinsen bei 75 Basispunkten (bps) belassen. Im Dezember hatte sie eine Zinserhöhung um 25 bps vorgenommen. Da es keine Beschleunigung der Inflation oder der Inflationserwartungen gibt, steht ihre jetzige Entscheidung im Einklang mit einer schrittweisen Normalisierung.

Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management
Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management© Amova Asset Management

"Die Erklärung der Bank of Japan (BOJ) enthält jedoch Hinweise darauf, dass die Bank noch einen gewissen Weg vor sich hat, bevor sie eine „neutrale” Geldpolitik erreichen kann. So zeigt die abweichende Meinung des als „Falken” bekannten BOJ-Mitglieds Takata, dass die BOJ weiterhin unter leichtem Druck steht, die Stimulierungsmaßnahmen im Laufe der Zeit zurückzufahren", analysiert Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management, die Zinsentscheidung in Japan.

Anhebung der Inflationsprognosen
Ein weiterer Indikator dafür, so Fink weiter, dass die BOJ ihre Stimulierungsmaßnahmen mindestens im gleichen Tempo wie seit 2024 zurückfahren dürfte, sei die Anhebung der Inflationsprognosen im vierteljährlichen Ausblick. Dieser gehe davon aus, dass die Inflation länger als in der Prognose vom Oktober über dem Zielwert lägen und die untere Grenze der Prognose des Policy Board in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 nur wenig unter das Zwei-Prozent-Ziel zurückfallen werde.

Die Prognosen der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses liegen zwischen 1,9 Prozent und 2,0 Prozent für das Geschäftsjahr 2026 und zwischen 1,9 Prozent und 2,2 Prozent für das Geschäftsjahr 2027 (verglichen mit 1,6 Prozent bis 2,0 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent bis 2,0 Prozent im Oktober). Dies gilt trotz einer leichten Aufwärtskorrektur des Wachstums für das Geschäftsjahr 2026 (von 0,7 Prozent auf 1,0 Prozent). Die leichte Abwärtskorrektur des realen Wachstums für 2027 (inkl. der höheren Inflationsprognosen) gibt weiterhin Anlass zur Vorsicht hinsichtlich der Inflation.

Fiskalisches Risiko nach wie vor vorhanden
Die BOJ berücksichtigt „die Auswirkungen staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung steigender Preise” bei der Beurteilung der Preisentwicklung und räumt der Fortsetzung des „Mechanismus, bei dem Löhne und Preise in Wechselwirkung miteinander moderat steigen”, Vorrang ein.

Obwohl die Notenbank davon absieht, fiskalische Maßnahmen der Regierung zu befürworten oder zu kritisieren, gibt ihr Signal, dass sie plant, fiskalische Belastungen für die Preise zugunsten einer Aufwärtsentwicklung von Löhnen und Preisen zu ignorieren, sowie ihre verstärkte Konzentration auf den Devisenmarkt den Märkten einen Einblick, wie eine unabhängige Geldpolitik mit einer möglichen fiskalischen Expansion interagieren könnte.

Yen zu schwach: Übermäßiger „Carry“
Eine wesentliche Veränderung gegenüber Oktobe sei laut Fink, dass die BOJ den Devisenmarkt (Yen-Schwäche) als explizites Risiko für die Wirtschaft und die Preise gekennzeichnet habe. Der jüngste Verkauf von Yen und japanischen Staatsanleihen (JGB), der mit den Ankündigungen der fiskalischen Expansion einherging, könnte zu unerwünschter Inflation führen.

Zusammenfassung
Die Anhebung der Inflationsprognose, das anhaltende überdurchschnittliche Wachstum und die erklärte Entschlossenheit der BOJ, die Zinsen weiter anzuheben, sprächen dafür, dass die Zinserhöhungen künftig mindestens genauso schnell wie seit Beginn des Normalisierungszyklus im März 2024 voranschreiten würden. Das Tempo der Normalisierung sei laut Fink langsam; in der schnellsten Phase habe die BOJ zwei Zinserhöhungen pro Jahr vorgenommen. Dies biete schnelleren Akteuren auf dem Markt – darunter „Carry-Traders“ – die Möglichkeit, die Entschlossenheit der BOJ weiterhin herauszufordern, indem sie den Yen unter Druck halte. Mittelfristig könnte die BOJ einen größeren Anreiz haben, die Yen-Liquidität zu verringern, die bisher reichlich Möglichkeiten für Investitionen in risikoreiche Anlagen geboten habe. Angesichts der offensichtlichen Yen-Schwäche seien auch überraschende hawkische Maßnahmen weiterhin wahrscheinlich. (kb)

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