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BoJ hebt Leitzins auf höchsten Stand seit drei Dekaden

Der jüngste Schritt der Bank of Japan (BoJ) bedeutet eine Premiere: Erstmals erhöhten alle drei großen Zentralbanken in Europa, den USA und Japan im gleichen Monat den Leitzins.

Kazuo Ueda, Bank of Japan: "Die Rahmenbedingungen für die Geldpolitik haben sich geändert."
Kazuo Ueda, Bank of Japan: "Die Rahmenbedingungen für die Geldpolitik haben sich geändert."© Akio Kon / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Wie die anderen großen Notenbanken erhöhte auch Japans Zentralbank die Leitzinsen
  • Damit will die BoJ die Inflation bekämpfen

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins am Freitag (18.9.) um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Der Schritt war zwar erwartet worden, Beobachter überraschte jedoch, dass die Entscheidung nicht einstimmig fiel.

Der Yen gab nach, nachdem die beiden Ratsmitglieder Toichiro Asada und Ayano Sato gegen die Anhebung gestimmt hatten. Dies deutet auf Widerstand gegen das beschleunigte Tempo der Zinserhöhungen hin. Sowohl Asada als auch Sato wurden persönlich von Premierministerin Sanae Takaichi ausgewählt, die für ihre skeptische Haltung gegenüber raschen Zinserhöhungen bekannt ist, da diese die Wirtschaft bremsen könnten.

Notenbankchef Ueda will die Inflation bekämpfen
Die Anhebung, die nur drei Monate nach dem vorangegangenen Schritt der BoJ erfolgte, markiert den kürzesten Abstand zwischen zwei Zinsschritten in Japan seit 1990. Damals hatte die rasche geldpolitische Straffung der Zentralbank maßgeblich zum Platzen der japanischen Vermögenspreisblase beigetragen.

Als Notenbankchef Kazuo Ueda im Anschluss an die Entscheidung vor die Presse trat, konnte er die Verluste des Yen eindämmen. "Die Rahmenbedingungen für die Geldpolitik haben sich geändert", sagte er. Er betonte, die BoJ müsse verhindern, dass die Inflation über das Ziel hinausschieße, was der Wirtschaft schade.

Alle drei großen Notenbanken erhöhen gleichzeitig den Leitsatz
Es war bereits die sechste Zinserhöhung unter Ueda. Sie erfolgte nach massivem Druck aus den Vereinigten Staaten, insbesondere durch US-Finanzminister Scott Bessent, die Zinsen heraufzusetzen. Er befürchtet, dass japanische Investoren Geld aus den USA abziehen, wenn der Yen an Wert verliert. Das könnte die Kurse von US-Staatsanleihen weiter unter Druck setzen.

Nicht nur mit Blick auf die Höhe des Leitsatzes und der Geschwindigkeit der Zinserhöhungen stellt die jüngste geldpolitische Entscheidung der BoJ eine Besonderheit dar: "Bloomberg" zufolge bedeutet die Anhebung, dass erstmals überhaupt die BoJ, die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank im gleichen Monat die Leitzinsen erhöht haben. (Bloomberg/bm)

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