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Blümke/Ethenea: "Wir haben alle Instrumente einsatzfertig in der Lade"

Michael Blümke, CFA, CAIA und Lead Portfolio Manager des Ethenea-Flaggschiffes Ethna-Aktiv, managt das Assetklassen-Exposure im Wesentlichen mit Hilfe von Derivaten. Der richtige Asset-Mix ist schließlich Hauptträger der Performance.

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Michael Blümke, leitender Fondsmanager des millliardenschweren Ethna-Aktiv Fonds
© Ethenea

Seit Februar 2018 ist Michael Blümke nun bei Ethenea Independent Investors als Senior Portfolio Manager tätig. Davor war er fast vier Jahre Abteilungsleiter Alternative Investments bei Tecta Invest, einer Tochter der Versicherungskammer Bayern, für die er schon zuvor gut sechs Jahre als Senior Investment Manager gearbeitet hatte. Sein Werdegang ist insofern unorthodox, als er zuvor zwölf Jahre Offizier auf Zeit bei der Deutschen Bundeswehr war. Der von ihm führend gemanagte Ethna-Aktiv-Fonds ist ein Mischfonds, der bis zu 49 Prozent Aktien halten darf.

IM: Wenn man die Schwankungen der derivativ gesteuerten Aktienquote sich ansieht, erkennt man eine Prozyklizität. Von der aktiven Aktienselektion hat man sich ja offensichtlich verabschiedet.
Michael Blümke: Eine gewisse Prozyklizität wird sich nicht vermeiden lassen. Schließlich soll  die Volatilität der Ergebnisse nicht zu groß werden. Was die aktive Aktienauswahl anbelangt, so haben wir uns von dieser verabschiedet, weil der Schwerpunkt bei diesem Fonds auf der Allokation zwischen den Assetklassen und nicht auf der Einzeltitelselektion liegt. Ich fühle mich mit den verschiedenen Index-Futures beziehungsweise -Optionen durchaus wohl und kann etwa regionale Akzente mit DAX-, SMI-, Euro Stoxx-, S&P 500-, NASDAQ-, Topix- und Nikkei-Instrumenten setzen. Auch Branchen-Futures sind grundsätzlich einsetzbar, wenngleich wir das bislang noch nicht gemacht haben.

IM: Bei der Rententangente, die ja bei zirka 80 Prozent des Portfolios in der Kasse liegt, beziehen sie nach wie vor aktive Positionen. Wie sieht hier die Entwicklung der letzten Zeit aus?​ Sie hatten doch früher relativ viele Nachränge im Portfolio. 
Blümke: Das mit den Nachrängen war einmal. Wir haben in der letzten Zeit die Qualität unserer Rentenpositionen angehoben. Die Spreads sind zwar auf einem relativ niedrigen Niveau, allerdings nicht auf ihren Tiefstständen. In den USA ist die Basisverzinsung noch deutlich attraktiver als im Euroraum und auch die Credit Spreads sind höher, weswegen wir noch bei längeren Laufzeiten ansprechende Renditen vorfinden. Vor allem im siebenjährigen Bereich finden wir einen "Sweet Spot", wo die Roll-Down-Effekte am attraktivsten sind. Die Durationssteuerung führen wir wieder mit Hilfe von Futures durch und hatten hier zuletzt die Duration verlängert.

IM: Apropos US-Dollar-Anleihen. Da sich Hedging ja wegen der Zinsdifferenz nicht auszahlt, haben Sie im Fonds ein relativ großes Dollar-Risiko, daneben noch etwas Schweizer Franken-Risiko. Wie schätzen Sie die beiden Währungen ein?​
Blümke: Den US-Dollar sehe ich in Richtung Parität zum Euro gehen, und auch der Franken wird trotz des Widerstands der Schweizerischen Notenbank stärker werden und sich der Parität nähern.

IM: Was spricht Ihrer Ansicht nach für den Dollar? Schließlich gibt es doch die Zwillingsdefizite und einen Handelsbilanzüberschuss von Euroland, dazu kommt die Kaufkraftparität..
Blümke: Viel wichtiger ist, dass der Euro noch immer als krisenbehaftete Währung wahrgenommen wird und das Wachstum schwächer als in den USA ausfällt. 

IM: Sie agieren wie ein Global Macro Hedgefonds, denn Sie müssen die großen Trends richtig erkennen und dann spielen beziehungsweise nötigenfalls auch schnell umkehren können.
Blümke: Sagen wir lieber, wir agieren wie ein Makro-Fonds. Es geht darum, aus den vielfältigen externen Informationen, die man mit einzelnen Mosaikbausteinen vergleichen kann, ein stimmiges Bild zu erstellen und sich entsprechend zu positionieren. Ebenso wichtig ist es, die Entscheidungen laufend zu hinterfragen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Was die dafür nötigen Instrumente anbelangt, so haben wir diese fertig in der Schublade, um die Umsetzung in zwei Tagen ohne Market Impact durchführen zu können. Ein Beispiel dafür ist etwa eine Gilt-Long-Positionierung. Diese haben wir noch nicht umgesetzt, wenn die Zeit dafür aber reif ist, machen wir die entsprechende Schublade auf und setzen die Idee um.

IM: Wie halten Sie es mit Rohstoffen? Diese sind doch eine der ganz wenige Assetklassen, die nicht haussieren, abgesehen von einigen Ausnahmen wie Gold und Palladium.
Blümke: Wir halten eine mit physischem Metall unterlegte ETC-Position in Gold. Rohstoffengagements etwa in Buntmetallen würden wir nicht in einzelnen Rohstoffen via ETCs eingehen, sondern einen breiten Rohstoff-Index wählen. Noch erscheint uns dafür aber die Zeit nicht reif. Kupfer beispielsweise, das bei einer Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität eine Vorläuferfunktion hat, zeigt noch keine Anzeichen eines Aufwärtstrends. 

IM: Herzlichen Dank für das Gespräch. (kb)

 

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