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BlueBay AM über das "Massaker" an den Geldmärkten

Die Marktteilnehmer beginnen Zinserhöhungen einzupreisen, was in der sich abzeichnenden Größenordnung nicht gerechtfertigt sein dürfte, meint Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Er sieht hier eher einen Halloween-Spuk, dem die Anleger aufsitzen.

Mark Dowding
Mark Dowding, BlueBay Asset Management
© BlueBay Asset Management

„Während wir uns dem Abend vor Allerheiligen nähern, geht das Massaker an den Geldmärkten weiter. Ein prominenter Hedgefonds hat offenbar große Verluste erlitten und kapituliert, weil er am vorderen Ende long und am langen Ende short war. Allein in der vergangenen Woche haben sich die Geldmarktrenditen in den Industrieländern dahingehend entwickelt, dass sie weitere mehrfache Zinserhöhungen in den nächsten 24 Monaten einpreisen. Besonders bemerkenswert war der Anstieg von 200 Basispunkten auf Sicht der nächsten zwölf Monaten in Neuseeland, rekapituliert Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, die jüngsten Entwicklungen an den Zinsmärkten.

Dowding ist der Ansicht, dass die Bewegungen zwar bis zu einem gewissen Grad durch die steigenden Inflationsrisiken in der Weltwirtschaft gerechtfertigt sind. Der Markt sei aber eindeutig über das Ziel hinausgeschossen, insbesondere im Vereinigten Königreich und in Europa.

Ziel zum Greifen nahe
"Aber wie wir wissen, ist Halloween, der Tag der Toten, eigentlich ein Fest des Lebens. Seit Jahren fragen sich Politiker und Anleiheexperten gleichermaßen, wie lange die Volkswirtschaften den massiven Anstieg der weltweiten Schuldenlast überleben können und ob es nicht möglich sei, die Schulden durch Inflation abzubauen. Jetzt, wo ein nominales Wachstum von bis zu acht Prozent, ein Defizit von etwa vier Prozent für 2022 und Refinanzierungssätze von meist unter 1,5 Prozent erwartet werden, scheint dies plötzlich zum Greifen nahe", merkt Dowding an.

Sicherlich sei dies Dowding zufolge "eine zu großzügige Interpretation". Die zugrunde liegende Wachstumsdynamik sei mittelfristig höchstwahrscheinlich nicht so robust, trotz hoher Barmittel durch gestiegene Sparquoten und wahrscheinlicher Zweitrundeneffekte auf dem Arbeitsmarkt - wenn Arbeitnehmer auf die gestiegene Inflation reagieren und höhere Löhne verhandeln.

Die Zentralbanken sollten daher Dowdings Meinung nach sehr vorsichtig sein und die Zinsen nicht zu früh anheben. Sie sollten einem stärkeren Preisauftrieb nicht im Wege stehen, bevor die realen Zinssätze nicht anfangen, sich deutlich nach oben zu bewegen.

Zentralbanken vor schwierigen Entscheidungen
In diesem Zusammenhang beantwortete EZB-Chefin Lagarde jüngst die Frage des Marktes nach den Inflations- und Zinsaussichten in Europa recht direkt: Zinserhöhungen seien nicht zu erwarten, solange die mittelfristigen Inflationsprognosen von zwei Prozent nicht erreicht werden – was unserer Einschätzung nach nicht so bald der Fall sein dürfte.

Auch beim wichtigsten Ereignis der nächsten Woche, der Sitzung der US-Notenbank, dürfte das Überraschungspotenzial gering sein. Wie vom Markt erwartet, wird sie die Reduzierung der QE-Käufe ankündigen. "Aus Angst vor rasch steigenden Zinsen schlotternde Anleger sollten daher ihr Nervenkostüm schonen. Der Schrecken an den Geldmärkten könnte schon bald wieder vorbei sein – Halloween lässt grüßen!“, erklärt Dowding abschließend. (aa)

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