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BlackRock: Unternehmensanleihen attraktiver als Aktien

Die Flut an geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft sollte sich nach Ansicht von BlackRock-Analysten günstig auf Corporate Bonds auswirken. Das hat zu einer für manchen Investor überraschenden Entwicklung geführt.

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© ar130405 / stock.adobe.com

Ein einzelner Chart, so berichtet die US-Nachrichtenseite Marketwatch, veranschaulicht, warum führende amerikanische Vermögensverwalter wie BlackRock für den Unternehmensanleihenbereich optimistisch bleiben – trotz der unerfreulichen konjunkturellen Auswirkungen der Pandemie. Die Grafik zeigt das Volumen der Notenbankbilanzen der führenden Wirtschaftsräume und macht deutlich, wie viel Geld vor allem die Zentralbank der USA in die Hand nimmt, um die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren.

Zusätzlich zum unbegrenzten Ankauf von Schuldtiteln habe die US-Notenbank eine Reihe von Notfallfazilitäten eingeführt, um den Kreditfluss an große und kleine Unternehmen aufrechtzuerhalten. Marketwatch zitiert das Wall Street Journal, wonach bald auch die Finanzierung von Notfall-Lohnkrediten möglich sein werde, vor allem um kleine Unternehmen während der Schließung am Leben zu halten.

Scott Thiel, Chefstratege für Anleihen im Blackrock Investment Institute, meint in einer aktuellen Mitteilung an Kunden, dass Zentralbankkäufe in großem Umfang traditionell die Volatilität an den Zinsmärkten senke. Und derzeit, so der Bond-Experte, befinden man sich in einer solchen Situation.

Während eine expansive Finanzpolitik eine zinssteigernde Wirkung haben sollte, habe sich die Fed dazu verpflichtet, die Aufwärtsbewegung der langfristigen Anleiherenditen zu begrenzen. Ein derart stabilisiertes Zinsumfeld habe oft zu einer Verringerung der Differenz zwischen den Renditen von Unternehmens- und Staatsanleihen geführt – und zu einem Anstieg der Kurse von Firmenanleihen.

In der Tat erreichte das Tempo der Neuemissionen von US-Investment-Grade-Unternehmensschuldtiteln im ersten Quartal 528 Milliarden Dollar, der schnellste Start in ein Jahr aller Zeiten.

Besser als in der Finanzkrise 2008/09
Brad Tank, Chief Investment Officer für Bonds bei Neuberger Berman, teilt seinen Anlegern mit, dass die Situation heute besser sei als in der Finanzkrise. Weil viele Unternehmen für die kommenden Wochen praktisch keine Cashflows erwarten dürfen, ist es beruhigend, dass die Kapitalmärkte in einer guten Verfassung seien, und die benötigten Kredite zur Verfügung stünden. Marketwatch zitiert Tank: "Vor elf Jahren waren diese Märkte eingefroren. Heute fungieren sie als Transmissionskanäle für die Interventionen der Zentralbanken zur Rettung der großen, strategischen Unternehmen der Wirtschaft.“

Dass diese Einschätzung mehr als Zweckoptimismus sind, lässt sich an den Spreads der Unternehmensanleihen ablesen. Eine Analyse der Bank of America zeigt laut Marketwatch, dass sich diese Risikospanne zu sicheren Staatsanleihen von ihrem Höchstwert bereits wieder um 32 Prozent verringert haben (siehe Chart):

Quelle: S&P Dow Jones Indices LLC.

Gläubiger werden derzeit gegenüber Aktionären bevorzugt
Damit lag die Erholung der Investment-Grade-Bonds sogar über jener von US-Aktien, die im selben Zeitraum nur etwa 25 Prozent an Wert zulegen konnten, auch Non-Investment-Grade-Bonds erholten sich nur um 23 Prozent. Blackrock schreibt, dass man Unternehmensanleihen gegenüber Aktien bevorzuge, weil man als Anleihenhalter in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld einen bevorzugten Anspruch auf die Cashflows von Unternehmen habe. (gf)

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