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BlackRock-Chef: "Gas wird uns noch 100 Jahre begleiten"

Larry Fink will als Lenker der weltgrößten Fondsgesellschaft die Wende zu einer nachhaltigen Wirtschaft vorantreiben. Doch ein schneller Abschied fossiler Energieträger sei nicht in Sicht, betonte der BlackRock-Chef in einem Interview. Und der Ausstieg sei mit einem hohen Preis verbunden.

Larry Fink, Blackrock
Larry Fink, Blackrock: "Der Weg hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft wird eine erhöhte Inflation bedeuten, denn bei den meisten grünen Produkten gibt es einen doppelten oder dreifachen Preisaufschlag."
© Alex Kraus / Bloomberg

Eine Abkehr von Öl und Gas wird sich noch einige Zeit hinziehen. Dies sagte Larry Fink, Vorstandschef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, im Interview mit dem "Handelsblatt" und anderen europäischen Medien. Dementsprechend werde der Fondsanbieter Investitionen in fossile Energien nicht auf die Schnelle aus den Portfolios der Kunden verbannen. "Ich habe nie gesagt, dass wir uns von diesen Investments trennen sollten", sagte Fink. "Wir müssen einen fairen und gerechten Übergang schaffen."

"Doppelten oder dreifachen Preisaufschlag"
Investments in dem Bereich Öl und Gas nun rasch abzuziehen, "ist kein fairer und gerechter Übergang", führte Fink aus. Das erfordere einen langfristigen Planungsprozess bei gleichzeitigen Investitionen in Dekarbonisierungstechnologien. "Ich glaube, dass uns Gas noch 100 Jahre begleiten wird", sagte der BlackRock-Chef. Der Asset-Management-Riese hatte in der Vergangenheit angekündigt, immer mehr Fonds auf nachhaltige Anlagestrategien umzustellen. Umweltschützer hatten dem Konzern jedoch vorgeworfen, weiterhin im großen Stil in fossile Energien zu investieren. Der ölreiche US-Bundesstaat Texas wiederum will Blackrock von Geschäften ausschließen, weil das Haus zu sehr das Thema Nachhaltigkeit forciere.

Fink betonte in dem Interview mit dem "Handelsblatt", dass die Wende zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Energieerzeugung Konsequenzen haben werde. "Der Weg hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft wird eine erhöhte Inflation bedeuten, denn bei den meisten grünen Produkten gibt es einen doppelten oder dreifachen Preisaufschlag", erläuterte der BlackRock-Mitgründer. "Bei der Energieversorgung verfolgt Europa nun den vernünftigeren Ansatz, dass wir vorübergehend möglicherweise mehr Kohle und Gas verwenden müssen: In der EU-Taxonomie ist Gas jetzt grün, vor einem Jahr war es noch braun."

"Wichtiger, die Wirtschaft am Laufen zu halten"
Der Manager lobte zudem den "Pragmatismus" der Regierung in Deutschland. "Sie baut schnell zwei neue LNG-Terminals. Sie lässt verstärkt Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen, obwohl die Nutzung von Kohle offensichtlich langfristig schlecht für das Klima ist", so Fink. "Aber kurzfristig ist es wichtiger, die Wirtschaft am Laufen zu halten."

Langfristig werde ganz Europa die Wirtschafts- und die Energiekrise überwinden, zeigte sich der Konzernlenker in dem Interview überzeugt. "Die europäischen Staaten können schnell zu mehr Technologien zur Dekarbonisierung übergehen und auch nach alternativen Gaslieferanten suchen, beispielsweise mit Pipelines aus Algerien", sagte der BlackRock-Chef. "Ich glaube nicht, dass wir in Europa einen anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung erleben werden." (ert)

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