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BKC über die ideale Ausrichtung moderner Portefeuilles

Das Asset Management der Bank für Kirche und Caritas (BKC) hat sich Gedanken darüber gemacht, wie ein Stiftungsportfolio idealerweise ausgerichtet sein könnte. Die Überlegungen von Bernhard Matthes sind aber auch für andere Asset Owner von höchster Relevanz.

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Gold
Das Edelmetall verspricht Schutz vor systemischer Instabilität, Negativzinsen und vor Inflation. Solange der Rausch des billigen Geldes anhält, bleibt der Goldpreis strukturell unterstützt.

Aber auch falls die Inflation nicht eintritt und sich stattdessen „japanische Verhältnisse“ einstellen – dauerhaft kein Wachstum, keine Inflation, kein Zins – würde ein solches Umfeld dauerhaft expansive Maßnahmen von fiskalischer und monetärer Seite heraufbeschwören und dem Goldpreis wohl Aufwind verleihen.

Gold dient zuverlässig dem Kaufkrafterhalt. Gold konnte seit Euroeinführung 1999 pro Jahr um ca. 9,1 Prozent zulegen. Folgt man der Grundannahme, dass Gold immer eine konstante Kaufkraft hat und lediglich die Währungen variieren, in denen der Goldpreis gemessen wird, ließe sich Matthes zufolge schlussfolgern, dass die tatsächliche Geldentwertung im Euroraum in den vergangenen gut 20 Jahren bei eben jenen 9,1 Prozent jährlich lag – und damit deutlich höher, als offizielle Inflationsmaßstäbe suggerieren.

"Wir verstehen Gold nicht als Rohstoff, sondern als Währung mit einem über mehr als 2.000 Jahre akkumulierten Vertrauenskapital. Gold dient dem Substanzerhalt, der risikofreien Wertaufbewahrung ohne Gegenparteirisiko. In unseren Portfolien haben wir die Goldquoten über das Jahr 2020 hinweg weiter erhöht", betont Matthes.
 
© fox17 / stock.adobe.com

Welche Entwicklungen in diesem Jahr zu erwarten sind und was diese insbesondere für institutionelle Investoren mit langfristigem Anlagehorizont, beispielsweise Stiftungen, bedeuten, darüber hat sich Bernhard Matthes, Bereichsleiter BKC Asset Management und Portfoliomanager des BKC Treuhand Portfolios, Bank für Kirche und Caritas, in einem aktuellen Kommentar Gedanken gemacht.

Wenn der Staat Spekulationen befeuert
Das Jahr 2020 hat Anleger vor große Herausforderungen gestellt. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die ohnehin fragile und in weiten Teilen "auf Pump" lebenden Weltwirtschaft gehörig ins Wanken gebracht. Einmal mehr griffen die Notenbanken mit ihren Notprogrammen zu gewaltigen Liquiditätshilfen, um ohnehin schon stark verschuldeten Unternehmen und Ländern den Rettungsanker zuzuwerfen.

Immer stärker außer Kraft gesetzt sind damit marktwirtschaftliche Preisbildung und traditionelle Konjunkturzyklen mit ihren zwar gelegentlich schmerzhaften, aber bereinigenden Auf- und Abwärtsbewegungen, moniert richtigerweise Matthes. An ihre Stelle trete eine "Vollkasko-Mentalität", welche die Fehlallokation von Kapital weiter verstärkt und liquiditätsgetriebene Überhitzungen in einigen Segmenten der Kapitalmärkte befeuert.

Niedrig -und Negativzinsen würden über 2021 hinaus zum gefährlichen Dauerzustand, gleichzeitig seien qualitativ hochwertige Vermögenswerte in den Anlageklassen Immobilien oder Aktien immer weniger erschwinglich.

"Anleger, die regelmäßig ausschüttbare Erträge benötigen und den Kapitalstock wahren müssen, wie etwa Stiftungen, sehen sich unter diesen Bedingungen mit zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen in ihrer Kapitalanlage konfrontiert. Gerade kleineren Stiftungen fällt es immer schwerer, angemessene Anlageergebnisse zu erzielen, ihre Lage wird als Folge der Geldpolitik zunehmend prekär", hälft Matthes fest.

Inflationsgespenst könnte wiederkehren
Historisch gewachsen sind nicht wenige institutionelle Portfolien in Deutschland stark Anleihen-lastig. Mit Rentenquoten von 70 Prozent oder mehr sind diese Anleger fragil gegenüber möglichen Inflationsüberraschungen. Daher sollten Stiftungen und Investoren laut Matthes mit hochgradig inflationsreagiblen Verbindlichkeiten durchaus mit Sorge auf die aktuell stärkere Verzahnung von extrem expansiver Geld- mit extrem expansiver Fiskalpolitik blicken und für die Zukunft in verschiedenen Geldentwertungsszenarien denken.

"Ein modernes Stiftungsportfolio weist künftig sicherlich einen geringeren Anteil von Nominalwerten auf und partizipiert stärker an noch vertretbar bepreisten Risikoprämien mit Sachwertcharakter sowie marktunabhängigen Risikoprämien", erklärt Matthes.

Was der BKC-Experte von Anleihen, Gold, Aktien, CAT-Bonds und Sachwerten wie Immobilien hält und welche Schlussfolgerungen für die Investmentstrategie zu ziehen sind, können Sie obiger Bildergalerie entnehmen. (aa)

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