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Bill Gross sieht ein tougheres Jahr mit fallenden Aktienkursen kommen

Der ehemalige König des Anleiheinvestments, der Pimco über Jahrzehnte aufbaute und nach einem kurzen Gastspiel bei Janus Henderson Investors seit einigen Monaten im Ruhestand ist, erwartet, dass die lockere Geldpolitik ihre Wirkung 2020 verliert und die Anlagebedingungen generell härter werden.

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Bill Gross prognostiziert ein alles andere als leichtes Anlagejahr 2020. 
© Patrick T. Fallon / Bloomberg

Die Stimuli der Notenbanken werden wohl in ihrer Wirkung nachlassen, sodass es 2020 schwieriger wird, am US-Aktien- und -Rentenmarkt Performance zu machen. Beide Assetklassen haben dieses Jahr eine Rallye hingelegt, da sich die Gewinnmargen der US-Unternehmen auf dem hohen, der Steuerreform geschuldeten Niveau im Wesentlichen halten konnten und die Notenbanken begannen, mit einer Neuauflage von Quantitative Easing die Geldmenge wieder auszuweiten. Damit sandten sie die Renditen auf neue Tiefstände. 

2020 wird eindeutig herausfordender
In einem Interview mit der "Financial Times" sagt der mittlerweile 75-jährige Gross, dass das Anlegen 2020 deutlich schwieriger werden sollte, da die Notenbanken rund um den Globus erkannt hätten, dass nachhaltig niedrige Zinsen die institutionelle und private Altersvorsorge beschädigten. Fed-Präsident Powell habe zuletzt falkenähnliche Töne angeschlagen und damit der Idee, mit Hilfe von negativen Zinsen eine künftig mögliche Rezession zu bekämpfen, eine Absage erteilt. 

Zehn Prozent Minus bei US-Aktien sind 2020 drinnen
Konkret erwartet der Bondpapst a.D., dass US-Aktien 2020 mit einer Performance zwischen null und minus zehn Prozent durchs Ziel kommen werden, während zehnjährige US-Treasuries das nächste Jahr mit Renditen von um die 1,75 Prozent - und damit mit leicht höheren Renditen als zuletzt - beschließen könnten. 

Seiner Rechnung nach müsste nach dem Auslaufen der Wirkungen der Trumpschen Steuereform das US-Budgetdefizit um eine Billion US-Dollar ausgeweitet werden, um wieder das Resultat besagter Steuereform, nämlich einen einprozentigen Anschub des  Wirtschaftswachstums, zu bewirken. 

Tips vom Altmeister
Letztes Monat ließ Gross mit dem ersten "Investment Outlook" seit seinem Rückzug vom März aufhorchen, indem er meinte, man solle in einem Umfeld mit schwächerer Wirtschaft auf Aktien mit sicheren Dividendenzahlungen abstellen. Im FT-Interview merkte er an, dass sein  favorisierter Sektor Erdgas-Aktien wären. Dabei nannte er den in Dallas ansässigen Pipeline-Betreiber Energy Transfer und MPLX, eine Firma, das von Marathon Petroleum ins Leben gerufen wurde. Dort gebe es Renditen von zehn bis 15 Prozent und niedrige Kurse zu holen, da diese Totel 20 bis 30 Prozent verloren hätten. Die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen sollten seiner Ansicht nach volatile Opportunitäten im Gesundheits-/Pharma-Sektor bereithalten.

Kein Freund der Politik auf beiden Seiten
Von Trump hält Gross im Übrigen wegen dessen "schizophrenen Alltagsroutinen" nicht viel, während die US-Demokraten zwischen zentristischen und ultraliberalen Kandidaten hin- und herschwanken würden. (kb)

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