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Bill Ackmans Versuch, Buffett nachzueifern, nimmt Gestalt an

Sein Zeithorizont ist unendlich. Sein Kapital ist dauerhaft. Und die Belohnungen, so argumentiert er, sollten enorm sein. Mit dieser Botschaft wirbt Bill Ackman, der Pershing Square zusammen mit einem neuen geschlossenen Fonds an die Börse bringen will.

Hat Großes vor: Starinvestor Bill Ackman möchte in Warren Buffetts Fußstapfen treten.
Hat Großes vor: Starinvestor Bill Ackman möchte in Warren Buffetts Fußstapfen treten.© Jeenah Moon / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Bill Ackman will Closed End Fund in den USA an der Börse listen
  • Investoren sollen Anteile an Ackmans Managementgesellschaft erhalten
  • Liquiditätsproblem von Private Assets sollen durch Listing ausgeräumt werden

Dieser Deal könnte bis zu zehn Milliarden US-Dollar einbringen und Millionen von Investoren noch stärker in Ackmans Bann ziehen. Für Ackman handelt es ein Comeback nach einem zuvor gescheiterten Versuch, einen großen geschlossenen Fonds in den USA zu listen. Aber es ist auch etwas Größeres: ein Meilenstein in seinem jahrelangen Projekt, Pershing Square in eine moderne Version von Warren Buffetts Berkshire Hathaway zu verwandeln.

Pershing Square konnte eine Berkshire Hathaway 2.0 werden
Angeboten werden Anteile der Pershing Square USA Ltd. (PSUS), dem geschlossenen Fonds. Für je 100 gekaufte PSUS-Anteile erhalten Anleger automatisch 20 Anteile der Managementgesellschaft Pershing Square Inc. (PSI). Diese Struktur sorgt dafür, dass der geschlossene Fonds über eine stabilere Kapitalbasis verfügt, was Ackman ermöglicht, die richtigen Unternehmen auszuwählen und ihnen Wachstum zu ermöglichen, ohne sich Sorgen über Abflüsse machen zu müssen.

Ziel
„Unser langfristiges Ziel für PSI ist es, eines der wertvollsten Unternehmen der Welt aufzubauen, indem wir eine der besten langfristigen Performancebilanzen aller Zeiten erzielen“, schrieb Ackman, dessen Vermögen über acht Milliarden US-Dollar beträgt, diese Woche in einem Brief an die Anleger, aus dem Bloomberg zitiert.

Dieser Vorschlag kommt genau zum richtigen Zeitpunkt
Der Boom der privaten Märkte hat eine Vielzahl von Produkten hervorgebracht, die Liquidität versprechen und gleichzeitig schwer verkäufliche Vermögenswerte wie Privatkredite und Immobilien halten. Doch nun zwingt eine Welle von Anlegerrücknahmen Giganten wie Blackstone und BlackRock dazu, diese Auszahlungsanträge mit der Notwendigkeit, die zugrunde liegenden Portfolios gesund zu halten, in Einklang zu bringen. Genau diese Art von Engpass, so Ackman, vermeidet sein Geschäftsmodell.

Pershing-Investoren bräuchten bloß Anteile an der Börse verkaufen
Pershing-Anleger würden Liquidität erhalten, indem sie ihre Anteile verkaufen, nicht indem sie den Manager um die Rückzahlung ihres Geldes bitten. „Wir betrachten unser Geschäftsmodell als eine Art Lizenzgebühr auf den Zinseszinseffekt von Assets, die in renditestarke Anlagestrategien investiert sind“, sagte Ackman, der als aktivistischer Investor an der Spitze eines traditionellen Hedgefonds bekannt wurde. „Wenn man die langfristige Mathematik des Zinseszinses versteht, kann man das außergewöhnliche Potential des Geschäftsmodells von PSI erkennen.“

Geschlossene Fonds werden derzeit mit größen Abschlägen gehandelt
Ein Problem für Ackman ist die Tatsache, dass geschlossene Fonds in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren haben und die meisten mit einem Abschlag auf den Wert ihrer zugrunde liegenden Anlagen gehandelt werden. Pershing Square Holdings Ltd.,notiert in London und ist ein geschlossener Fonds des Unternehmens mit einem Volumen von über 17 Milliarden US-Dollar. Er wird laut von Bloomberg zusammengestellten Daten rund ein Viertel unter seinem Nettoinventarwert gehandelt. Während Anleger darüber diskutieren werden, ob der neueste geschlossene Fonds unter dem Ausgabepreis von 50 US-Dollar für IPO-Käufer gehandelt wird, hat sein europäisches Pendant im Vergleich zum US-Bullenmarkt keine Begeisterung ausgelöst. Pershing Square Holdings blieb laut von Bloomberg zusammengestellten Daten sowohl über einen Fünfjahres- als auch über einen Einjahreszeitraum hinter dem S&P 500 Index zurück.

Private Placement
Ein Teil der Mittel aus dem Börsengang des geschlossenen Fonds wird durch eine Privatplatzierung aufgebracht, wobei 2,8 Milliarden US-Dollar von Investoren wie Family Offices, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften stammen, wie aus behördlichen Unterlagen hervorgeht. Zu ihnen gehören das Teacher Retirement System of Texas, Arch Capital Group Ltd., BTG Pactual und Marlton LLC, wie Bloomberg von Informanten in Erfahrung bringen konnte. Der Vermögensverwalter erhält keine Erlöse aus dem Börsengang.
Pershing Square geht davon aus, dass die beiden Unternehmen nach Festlegung des Börsengangpreises unabhängig voneinander gehandelt werden.

Ackmans Comeback
Der Börsengang wäre ein großer Erfolg für Ackman. Ein Plan für ein an der New Yorker Börse notiertes Vehikel wurde vor zwei Jahren von 25 Milliarden auf vier Milliarden und dann auf zwei Milliarden US-Dollar reduziert, bevor er schließlich ganz verworfen wurde. Das Fiasko sorgte an der Wall Street für Verwunderung und war ein schwerer Rückschlag für einen Investor, der bereits einige verheerende Verluste hinnehmen musste. Fehlinvestitionen in Herbalife und Valeant Pharmaceuticals kosteten den Fonds Milliarden von US-Dollar von 2015 bis 2017 – eine so turbulente Zeit für Pershing, dass sie in Börsenprospekten erwähnt wird. Seitdem befindet sich Pershing in seiner sogenannten „Permanent Capital Era“ und konzentriert sich auf den Ausbau seiner Vermögensbasis und die Reorganisation seines Geschäfts. Ein wichtiger Teil dieses Übergangs erfolgte im Mai, als Pershing und seine Fonds eine Vereinbarung trafen, um ihre Beteiligung am Immobilienunternehmen Howard Hughes Holdings Inc. auf 47 Prozent zu erhöhen.

Pläne für die Howard Hughes Holdings (HHH)
Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Plans, Howard Hughes zu einem Mischkonzern mit Mehrheitsbeteiligungen an zahlreichen Unternehmen auszubauen, darunter ein Versicherer, der Pershing zusätzliches Kapital bereitstellen könnte. Ackman verglich dieses Modell mit Berkshire Hathaway, dem Billionen-Dollar-Giganten, den Buffett über Jahrzehnte aufgebaut hat. Ackman und Ryan Israel, Chief Investment Officer von Pershing Square, haben sogar die Idee einer jährlichen Präsenzveranstaltung ins Gespräch gebracht, die an Berkshires jährliches Treffen in Nebraska erinnert.

Anleihe bei Buffetts Vehikel genommen
Ackman preist Berkshire als Vorbild für geschlossene Fonds vor dem Börsengang. Mit den Börsenprospekten dieser Woche hat er wenig getan, um diese Vergleiche zu entkräften. Obwohl er nicht namentlich erwähnt wird, sind die Dokumente voll von Begriffen des Value-Investing aus der Schule von Buffett und Berkshire. Es ist die Rede von Burggräben (Moats), einem Schwerpunkt auf Cashflow und einer Vorliebe für einfache Geschäftsmodelle mit hoher Visibilität.

Langfristiges Vertrauen erwirbt man nicht über Nacht
Aber Anlagestile und Unternehmensstrukturen sind nicht alles, was Buffett zum Orakel von Omaha gemacht hat. Er hat sich das langfristige Vertrauen der Anleger erworben und besitzt eine einzigartige Mischung aus Offenheit, Loyalität und Geduld, sagte Lawrence Cunningham, emeritierter Professor für Recht an der George Washington University. Cunningham veranstaltete 1996 ein Symposium über Buffetts Aktionärsbriefe, bei dem der damals junge, aufstrebende Ackman Buffett kennenlernte. Er erinnerte sich an die rund zweihundert Gäste – bescheiden im Vergleich zu den heutigen Teilnehmerzahlen solcher Veranstaltungen. „Er braucht Geduld und die Bereitschaft der Investoren, sich zu engagieren“, sagte Cunningham über Ackmans Präsentation. „Das ist nicht einfach. Der kurzfristige Druck ist enorm.“ (kb)

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