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Bildungsimmobilien rücken in den Fokus institutioneller Investoren

Der Investitionsbedarf deutscher Schulen steigt, während viele Kommunen an finanzielle Grenzen stoßen. Marktteilnehmer sehen darin Chancen für institutionelle Investoren: Bildungsimmobilien könnten sich zu einer eigenständigen Asset-Klasse mit langfristig stabilen Cashflows entwickeln.

Laut Next Generation Invest verbinden Bildungsimmobilien gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlicher Stabilität.
Laut Next Generation Invest verbinden Bildungsimmobilien gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlicher Stabilität.© Christian / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Investitionsbedarf für Schulen in Deutschland bei rund 68 Milliarden Euro
  • Assetklasse verspricht stabile, konjunkturresistente Cashflows
  • Renditen je nach Objekt zwischen 3,8 und 5,9 Prozent zu erwarten

Der Investitionsbedarf im deutschen Bildungssektor könnte Bildungsimmobilien zu einem zunehmend attraktiven Anlagesegment für institutionelle Investoren machen. Darauf haben Vertreter des nordischen Private-Markets-Managers Capman, des Impact-Investors Next Generation Invest und des Immobilienentwicklers Cells im Rahmen einer Online-Pressekonferenz hingewiesen.

Nach Angaben der Teilnehmer beläuft sich der kommunale Investitionsbedarf für Schulen in Deutschland auf rund 68 Milliarden Euro. Gleichzeitig werde bis 2035 mit einem Anstieg der Schülerzahlen um rund 430.000 gerechnet. Viele Kommunen seien jedoch aufgrund begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen nicht in der Lage, den erforderlichen Ausbau der Bildungsinfrastruktur allein zu stemmen.

Für institutionelle Investoren eröffne sich dadurch ein Marktsegment mit langfristig planbaren Erträgen. „Bildungsimmobilien verbinden gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlicher Stabilität. Langfristige Mietverträge, inflationsgeschützte Einnahmen und die hohe Bonität vieler Nutzer schaffen ein Rendite-Risiko-Profil, das institutionelle Investoren gerade in volatilen Marktphasen verstärkt nachfragen“, sagte Tanja Volksheimer, Geschäftsführerin und CIO von Next Generation Invest.

In den Nordics etablierte Assetklasse

Nach Einschätzung der Referenten könnte sich der deutsche Markt ähnlich entwickeln wie in den nordischen Ländern, wo Bildungs- und Sozialimmobilien bereits seit Jahren zu den etablierten Anlageklassen zählen. Dort sorgen langfristige Mietverträge mit öffentlichen Nutzern für stabile Cashflows und eine vergleichsweise hohe Marktliquidität.

Robert Feldt, Investment Director bei CapMan, verwies auf die Bedeutung des Segments in Skandinavien: „Soziale Infrastruktur gehört in den Nordics zu den größten und liquidesten Immobiliensegmenten. Weil staatliche Mieter für langfristige und verlässliche Cashflows sorgen, bleiben diese Immobilien auch in Krisenzeiten handelbar und für Investoren attraktiv.“

Als Beispiel für die Umnutzung bestehender Immobilien nannte Jan Trenn, CEO von CELLS, einen ehemaligen Bürostandort der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, der zu einem Schulcampus umgebaut wurde. Das Objekt umfasst mehr als 40.000 Quadratmeter und ist für 30 Jahre an die Stadt Frankfurt vermietet. Laut Trenn können solche Umnutzungen dringend benötigte Schulkapazitäten deutlich schneller schaffen als klassische Neubauprojekte.

Langfristige, kojunkturresistente Cashflows

Die Renditen für Schulimmobilien liegen nach Angaben der Marktteilnehmer derzeit je nach Standort, Objektqualität und Nutzerstruktur zwischen rund 3,8 und 5,9 Prozent. Damit positioniert sich das Segment im aktuellen Marktumfeld als mögliche Alternative für Investoren, die auf langfristige und weitgehend konjunkturunabhängige Cashflows setzen.

Nach Einschätzung der Teilnehmer steht der Markt für Bildungsimmobilien in Deutschland noch am Anfang seiner Entwicklung. Neben Schulen könnten künftig auch Akademien, Weiterbildungszentren, Bibliotheken und Bildungscampi stärker in den Fokus institutioneller Anleger rücken. (dv)

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