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Bezalel: "Ein Schuldenproblem löst man nicht mit noch mehr Schulden"

Die Strategie der Staaten und Notenbanken, das Schuldenproblem mit Hilfe von immer mehr Schulden zu lösen, geht nicht auf, sagt Ariel Bezalel, Leiter des Bereichs Strategy and Fixed Income beim Vermögensverwalter Jupiter Asset Management.

Ariel Bezalel, Jupiter Asset Management
Ariel Bezalel, Jupiter Asset Management: "Wir erwarten für das kommende Jahr eine Phase der Insolvenzen."
© Jupiter Asset Management

Über 90 Prozent aller Länder weltweit stecken aufgrund der Coronakrise in einer Rezession. In 40 Prozent der Staaten sind die Inflationsraten rückläufig. "Allein in den letzten Monaten haben die Regierungen rund zehn Billionen US-Dollar an zusätzlichen Schulden aufgenommen", sagt Ariel Bezalel, Leiter des Bereichs Strategy and Fixed Income beim Vermögensverwalter Jupiter Asset Management. "Zusammen mit den Maßnahmen der Notenbanken ergibt sich eine Summe von rund 25 Billionen US-Dollar, die für diverse Hilfspakete bereitgestellt wurde."

Auch die Schulden der Unternehmen seien geradezu explodiert. Der Fondsmanager beobachtet diese Entwicklung mit Sorge: "Immer mehr Schulden sind nicht die Lösung. Die Fiskalpolitik verliert ihre Wirksamkeit, wenn die Verschuldung aus dem Ruder läuft."

"Kein wachsender Inflationsdruck zu erwarten"
Obwohl die Notenbanken mit ihren Anleihekaufprogrammen ungeahnte Summen in die Märkte gepumpt haben, scheint das viele Geld nicht in der Realwirtschaft anzukommen. "In Europa sind die Kreditvergabekriterien verschärft worden, und in den USA vergeben die Banken angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und des starken Anstiegs der Kreditausfälle nur zögerlich neue Kredite an Unternehmen", sagt Bezalel.

Ein wichtiger Aspekt sei die abnehmende Geldumlaufgeschwindigkeit. Diese Entwicklung vollziehe sich in Europa, den USA, China und Japan schon seit mehreren Jahrzehnten. "Solange die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nicht steigt, ist auch kein wachsender Inflationsdruck zu erwarten", sagt Bezalel.

Robuste Geschäftsmodelle
Treiber der Rally an den Börsen sind weiterhin die staatlichen Hilfsprogramme und nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die weitaus schlechter sind als während der letzten Finanzkrise, sagt Bezalel. "Wir erwarten für das kommende Jahr eine Phase der Insolvenzen. Uns erscheint die derzeitige Situation günstig für Anleger, die gezielt nach interessanten Titeln suchen." Bei Jupiter konzentriere man sich deshalb auf die Suche nach Unternehmen mit robustem Geschäftsmodell, die sich trotz des unsicheren Umfelds behaupten können und das Potenzial für eine attraktive Gesamtrendite bieten. (fp)

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