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Berliner Top-Immobilie könnte Investoren wie der BVK teuer kommen

Die Kreditgeber der "Mall of Berlin" prüfen eine vorübergehende Schulden-Entlastung. Die Investorengespräche sollen derzeit aber stocken. Zu den namhaften Kreditgebern zählt auch die Bayerische Versorgungskasse (BVK).

© Eigens / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Kreditgeber der Mall of Berlin prüfen Schulden-Entlastung
  • Investorengespräche sollen laut Kreisen stocken
  • Bayerische Versorgungskammer soll rund 400 Millionen Euro im Feuer haben

Verhandlungen über Stillhaltevereinbarung bzw. spätere Rückzahlung
Die Kreditgeber eines der größten Einkaufszentren Berlins beraten über vorübergehende Entlastungen bei den Schulden, da sich die Gespräche mit einem potenziellen neuen Investor hinziehen. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Die Gläubiger des Einkaufszentrums Mall of Berlin führen "Insidern zufolge" Gespräche über eine Stillhaltevereinbarung. Ein geplanter Verkauf eines Unternehmensanteils an die Eurofund Group sei bislang nicht zustande gekommen, hieß es. Im Zentrum der Verhandlungen steht ein 2014 geschnürtes Kreditpaket im Volumen von rund 600 Millionen Euro, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Eine solche Vereinbarung – bei der Kreditgeber etwa darauf verzichten, Rückzahlungen einzufordern – würde dem Betreiber des Einkaufszentrums Luft verschaffen in einer Phase steigenden Drucks auf den deutschen Einzelhandel.

Längere Laufzeit, höhere Zinsen
Zu den Kreditgebern der Mall of Berlin gehört die Bayerische Versorgungskammer, die laut Bloomberg mit mehr als 400 Millionen Euro Kreditvolumen engagiert ist.

Die Gläubiger hatten zuvor schon einer einjährigen Verlängerung der Kredite bis Ende Juni 2025 zugestimmt, um den Eigentümern Zeit für Gespräche über eine neue Finanzierung zu verschaffen oder die Immobilie zu verkaufen. Im Zuge dessen hatten sich die Zinsen laut den eingereichten Unterlagen sowohl für vorrangige als auch nachrangige Tranchen nahezu verdoppelt.

Die Gläubiger prüfen weiterhin verschiedene Optionen für das Objekt, so die mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Vertreter von Eurofund und der Bayerischen Versorgungskammer lehnten gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme zu den laufenden Verhandlungen ab.

Geschichtsträchtiger Kaufhaus-Wertheim-Boden
Das mehr als 76.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum gehört derzeit einem Gemeinschaftsunternehmen von Arab Investments und HGHI Holding unter Leitung von Harald Huth, der von lokalen Medien als “König der Berliner Einkaufszentren” bezeichnet wird.

Das Gelände des weitläufigen Einkaufszentrums war einst ein Symbol für Enteignungen durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Die Erben der Familie Wertheim, die 1938 aus Deutschland floh, hatten auf dem Grundstück ein Kaufhaus betrieben, das von den Nazis beschlagnahmt und später bei einem alliierten Bombenangriff zerstört wurde.

Arab Investments und HGHI erwarben das Gelände 2011, das damals als größtes unbebautes Projekt im Zentrum Berlins galt. Drei Jahre später wurde das Einzelhandelsprojekt mit rund 600 Millionen Euro Schulden durch ein Investorenkonsortium finanziert.

Bei hunderten bis tausenden Investments sind einzelne Fehlgriffe unvermeidbar
Die Bayerische Versorgungskammer steht wegen anderer Immobilieninvestitionen bereits unter politischer Beobachtung, insbesondere im Zusammenhang mit mehreren verlustreichen Prestigeobjekten in den USA wie der Transamerica Pyramid in San Francisco. Der Fonds hat sich von seinem Leiter für Immobilieninvestitionen getrennt – wegen mutmaßlicher Compliance-Verstöße, seine Kündigung ist Gegenstand eines Rechtsstreits. (aa)

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