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Bericht vom Invesco Thanksgiving Investment Forum 2018 + Fotogalerie

Professionellen Marktteilnehmern wurde am Thanksgiving Investment Forum von Invesco ein geballtes Vortragsprogramm geboten, das für mehr Orientierung an den Märkten sorgte. Ein Highlight war der Vortrag von Chefökonom John Greenwood, der sich optimistisch betreffend die weitere Entwicklung zeigte.

John Greenwood, Invesco
John Greenwood, Invesco, ist für die weitere Entwicklung der US-Konjunktur optimistisch und damit auch für Risikonlagen. Die Argumente für diese Theorie finden Sie auf den nachfolgenden Seiten, einfach weiterklicken! 
© Invesco

Den rund 100 Besuchern des Thanksgiving Investment Forum von Invesco in Wien wurde auch dieses Jahr ein vielfältiges Programm geboten. Auf der Agenda stand beispielsweise ein Ausblick von Gastredner Raghavendra Rau, Professor am Cambridge Centre for Alternative Finance, der auf die Entwicklung von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wie Peer2Peer Lending und Crowdfunding aus Investorensicht einging. Invescos Sujoy Das beleuchtete die Aussichten von indischen Anleihen und Georg Elsässer aus dem quantitativen Portfoliomanagement bei Invesco zeigte die neuesten Trends bei Factor Investing auf. Neben einer Podiumsdiskussion mit den Vortragenden gehörte jedenfalls der Vortrag von Invesco-Chefökonom John Greenwood zu einem der Höhepunkte dieser Invesco-Veranstaltung. Wer aller vor Ort war, können Sie einer exklusiven Fotogalerie entnehmen.



Aktien-Hausse geht weiter
„Die Fed sorgt mit ihren Zinserhöhungsschritten nur für eine Normalisierung der Geldpolitik, diese ist noch nicht als restriktiv zu bezeichnen“, erklärte Greenwood am Beginn seines Vortrages, in dem er sich grosso modo optimistisch hinsichtlich der weiteren Konjunktur- und Aktienmarktentwicklung zeigte. Im Gegensatz zu vielen anderen Marktkommentatoren befinden sich für Greenwood die USA nicht am Ende eines Konjunkturzykluses, sondern in dessen zeitlicher Mitte (siehe die Grafik in der Bildergalerie). Daher würden Risikopapiere wie Aktien oder Immobilien trotz laufender Zinserhöhungen und trotz relativ hoher Bewertungen weiteres Aufwärtspotenzial haben.

In Anspielung auf das „FED-Modell“ seien US-Aktien in Relation zu den im Langfristvergleich niedrigen Zinsen laut Greenwood noch immer „interessant bewertet“ (siehe die Grafik in der Bildergalerie).

Das derzeitige Marktumfeld bei Aktien, bestehend aus steigenden Unternehmensgewinnen und tendenziell fallenden KGVs war historisch gesehen in der überwiegenden Anzahl der Fälle gut. In sieben von acht Fällen (Ausnahme: 1988) gab es grüne Vorzeichen bei der Aktienjahres-Performance (siehe Grafik oben)

Von der Inflationsseite droht Aktionären und Anleihenbesitzern derzeit wenig Gefahr. Selbst eine Ausweitung der Staatsausgaben der US-Regierung werde laut Greenwood zu keinen höheren Preissteigerungsraten führen. Er führte als Beispiel das Jahr 1986 an: Damals gab es ein US-Haushaltsdefizit von 5,9 Prozent während die Inflation bei bescheidenen 1,1 Prozent lag.

Bezugnehmen auf US-Nobelpreisträger Prof. Milton Friedman erinnerte Greenwood daran, dass „Inflation immer ein monetäres Phänomen“ sei. Angesichts einer derzeit gedämpften, aber noch immer ausreichenden Liquiditätsversorgung im US-Finanzsystem werde die Inflation relativ niedrig bleiben. Damit stellt sich die Frage, ob das aktuelle „Quantitative Tightening“ der Fed eventuell zu stark ausfällt.

FED setzt auf Normalisierung
Zumindest nach Ansicht Greenwoods führte zwar das Quantitative Easing-Programm der Fed der vergangenen Jahre zu einer Ausweitung der Fed-Bilanz UND des Geldmengenaggregats „M2“. Die derzeitigen Quantitative Tightening-Maßnahmen der Fed sollten aber lediglich die Fed-Bilanz verkürzen, nicht jedoch M2 reduzieren. Greenwood argumentiert dies damit, dass US-Geschäftsbanken weiterhin Kredite vergeben und damit M2 um jährlich etwa vier bis fünf Prozent erhöhten.

Inverse Zinskurve ist nicht immer ein Zeichen für eine Rezession
Anhand diverser Grafiken zeigte Greenwood, dass inverse Zinskurven oft, aber nicht immer automatisch zu einer Rezession führen. Rezessionen werden laut Greenwood in der Regel durch eine massive Verknappung der Liquiditätszufuhr der Zentralbanken ausgelöst. „Die inverse Zinskurve ist ein Symptom, nicht die Ursache einer Rezession“, betonte der Invesco-Chefvolkswirt.

Während in den USA in den letzten Jahrzehnten in sieben von neun Fällen einer inversen Zinskurve (10-jährige US-Bonds minus Drei-Monats-Treasuries) eine Rezession stattfand (siehe Grafik oben), lauten diese Verhältnisse bei Australien lediglich zwei (Rezessionen) von sieben (inversen Zinskurven), bei Japan drei von sieben und in Deutschland (seit 1990) drei von sechs.

US-Wirtschaft wird Handelskrieg verdauen
Für Greenwood werde auch der Handelskrieg bzw. die Einführung von Zöllen die US-Wirtschaft nicht von ihrem mittel- bis langfristigen Wachstumspfad abbringen. Er zeigte anhand einer Grafik über den Zeitraum 1925 bis 1944, dass die Große Depression der 1930er-Jahre ihre Ursache nicht in Zöllen, sondern in einem Rückgang der Geldmengenaggregate M1 und M2 hatte.

Düstere Aussichten für Euroland
Nach einer ausführlichen Analyse der größten Ökonomie der Welt ging Greenwood gegen Ende seines Vortrages auch noch auf die Aussichten von Europa und den Schwellenländer ein. Der Brite ist für Euroland pessimistisch gestimmt. Investoren sollten möglichst jene Werte kaufen, die von der wirtschaftlichen Entwicklung außerhalb der Eurozone profitieren. Sobald die EZB ihre Anleihekäufe beenden sollte, würden sich die wirtschaftlichen Aussichten für Euroland verdüstern. Denn im Gegensatz zu den USA würden europäische Banken der Wirtschaft zu wenig Kredite gewähren.

In China und den anderen Schwellenländern sollten Investoren vor allem auf mögliche politische Fehlentscheidungen achten. Diese seien wesentlich wichtiger für die zukünftige Entwicklung dieser aufstrebenden Nationen als beispielsweise die US-Dollar-Entwicklung oder die Einführung von Zöllen.

Offensive Asset Allokation
Abschließend riet Greenwood, bei Aktien und Immobilien weiterhin auf der Long-Seite zu bleiben, bis der Zinserhöhungszyklus abgeschlossen sei. Vor diesem Hintergrund müssten Anleiheninvestoren weiterhin mit Gegenwind rechnen, dafür sollten die Ausfallsraten weiterhin niedrig bleiben. (aa)


Pflichttermin für Institutionelle
Den 26. und 27. Februar 2019 sollten sich Großanleger bereits jetzt rot im Kalender markieren. Denn an diesen beiden Tagen findet im Frankfurter Congress Center der 12. Institutional Money Kongress statt. Eine Anmeldung zu diesem Top-Event ist ab sofort möglich.

Die Besucher des 12. Institutional Money Kongresses erwartet am 26. und 27. Februar 2019 nicht nur renommierte Keynote-Speaker, wie der frisch gekürte Wirtschaftsnobel-Preisträger Paul Romer, der Ökonom Jeremy Rifkin, der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown, die Topökonomin und „Wirtschaftsweise“ Isabel Schnabel und der Harvard-Professor Martin "Marty" Stuart Feldstein, der auch Vorsitzender des National Bureau of Economic Research (NBER) ist, sondern auch weit mehr als hundert Fachvorträge, Workshops oder Gruppengespräche zu jenen Themen, die institutionellen Investoren in der täglichen Praxis weiterhelfen und die für den entscheidenden Informationsvorsprung sorgen.

Anmeldungen zu diesem hochkarätig besetzten und informativen Kongress, der ausschließlich institutionellen Investoren als Besucher vorbehalten ist, sind ab sofort möglich.

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