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Bergos Berenberg: Diese Faktoren beeinflussen derzeit die Aktienkurse

Ein Kapitalmarktstratege der Schweizer Bergos Berenberg erklärt, von was die zukünftige Aktienmarktentwicklung zurzeit abhängt.

Till Christian Budelmann, Kapitalmarktstratege bei Bergos Berenberg
Till Christian Budelmann, Bergos Berenberg
© Bergos Berenberg

Der US-Aktienmarkt signalisiert mit seinem V-förmigen Verlauf in den vergangenen Monaten die Erwartung einer raschen wirtschaftlichen Erholung. Tatsächlich bessern sich die Makrodaten bereits wieder. Nach Schätzung von Bergos Berenberg wird die US-Wirtschaftsleistung 2020 nur noch um knapp vier Prozent schrumpfen, damit sind die Experten weniger skeptisch als noch im Frühjahr. „In den USA könnte in ein bis anderthalb Jahren der Einbruch schon wieder aufgeholt sein, in Europa sehen wir dies zurzeit nicht. Hier erfolgt die Erholung langsamer“, sagt Till Christian Budelmann, Kapitalmarktstratege bei Bergos Berenberg. Das spiegelt auch der Aktienmarkt wider: „Die europäischen Aktienindizes sind noch weit vom Vorkrisenstand entfernt.“

Volatile Seitwärtsbewegung voraus
Die Möglichkeit verschärfter COVID-19-Maßnahmen bleibt ein hohes Risiko für die Märkte. „Covid-19 und vor allem mögliche weitere politische Maßnahmen zur Eindämmung bleiben das Hauptrisiko für Aktien. Erneute harte Eingriffe deuten sich besonders in Europa an und lösen bereits jetzt Sorgen an den Aktienmärkten aus“, sagt Budelmann. Für die nächsten Wochen, bis mindestens in den November hinein, rechnet er daher mit einer volatilen Seitwärtsbewegung am globalen Aktienmarkt.

US-Präsidentenwahl wirft Schatten voraus
Die Aussicht auf unruhige Märkte sei ebenfalls dem derzeit wichtigsten globalen Event geschuldet: den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen am 3. November. Mit dem Tod der Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg ist ein weiteres Thema in den Fokus des Wahlkampfes gerückt, das Budelmann zufolge tendenziell eher den Republikanern in die Karten spielen dürfte. Die liberale Ikone Ginsburg war Richterin am Supreme Court, an dem jetzt noch drei liberale und fünf konservative Richter tätig sind.

Trump hat bereits angekündigt, umgehend eine Nachbesetzung vorzuschlagen, die dann vom Senat bestätigt werden muss. Vor vier Jahren gab es eine ähnliche Situation. Im Februar 2016 starb der konservative Supreme-Court-Richter Antonin Scalia. Der vom damaligen demokratischen Präsidenten Barack Obama vorgeschlagene Nachfolger wurde vom republikanisch dominierten Senat vor den Wahlen nicht mehr bestätigt. „Das kam Trump zugute und dürfte ihm die entscheidenden Stimmen gebracht haben. Republikanische Wähler, die 2016 mit Trump zwar fremdelten, stimmten dennoch für ihn, da er zumindest konservative Richter nominieren würde", kommentiert Budelmann.

Supreme Court wird Wahlkampfthema
Auch jetzt haben die Republikaner eine knappe Mehrheit im Senat und die Chancen stehen nicht schlecht, dass Trumps Vorschlag noch vor den Wahlen abgesegnet wird. „Der Supreme Court hat eine große Bedeutung in den USA, die sich selbst im Zusammenhang mit Präsidentschaftswahlen manifestieren kann. Die Nachbesetzung tritt nun als Megathema neben die Coronakrise, die damit stark verbundene wirtschaftliche Entwicklung und die innere Sicherheit“, so Budelmann. (aa)

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