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Berenberg über die Marktentwicklung in den kommenden Wochen

Der Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg sieht bei Aktien sowohl positive, als auch negative Einflussfaktoren, die sich derzeit die Waage halten. Daher könnte es über den Sommer an den Aktienmärkten seitwärts gehen, sofern nicht unerwartete Nachrichten die Anleger überraschen.

Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
© Berenberg

Für Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, hat bereits ein "zäher Sommer" eingesetzt, der aber trotzdem volatil sein könnte. Während die Aktienmärkte in den ersten drei Juli-Wochen stiegen, auch dank einer besser als erwarteten Q2-Berichtssaison, kam es letzte Woche zu einer Korrektur – insbesondere in Europa. Die großen US-Technologiewerte konnten jedoch dank guter Quartalszahlen weiter zulegen.

Negative Kurstreiber
Die politische Unsicherheit bleibt laut Meyer hoch, die positiven Wirtschaftsüberraschungen der letzten Monate dürften abebben und ein erneuter Lockdown aufgrund einer zweiten Corona-Welle wäre fatal für die globale Wirtschaft. Zudem ist die August-Septemberphase häufig schwach für Aktien.

Positive Einflussfaktoren
Positive Treiber wären laut Meyer eine Einigung zum nächsten amerikanischen Fiskalpaket sowie eine positive Entwicklung bei einem Covid-19-Impfstoff: "Wir erwarten einen volatilen August ohne großes Aufwärtspotenzial."

Das weiterhin pessimistische Sentiment, die wenig offensive Positionierung vieler Anleger und die lockere Fiskal- und Geldpolitik dürften Rücksetzer jedoch begrenzen und lassen Berenberg mittelfristig positiv auf die Aktienmärkte blicken.

Kurzfristiger Ausblick
Die Zentralbanken gehen in die Sommerpause. Die nächste monatliche Sitzung der Fed und EZB wird erst wieder im September stattfinden. Lediglich die Bank of England tagt im August. Eine Zinssenkung an dem Treffen (Donnerstag) erwartet der Markt jedoch nicht.

Die Q2-Berichtssaison ist deutlich fortgeschritten. Auch wenn die Berichtssaison bis Ende August andauert, haben bis Mitte August sowohl für den S&P 500 als auch für den Stoxx 600 das Gros der Unternehmen berichtet.

In den USA werden diese Woche neben den Arbeitsmarkdaten am Donnerstag und Freitag der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie und des Dienstleistungssektors (heute, bzw. Mittwoch) und die Juni-Auftragseingänge (Dienstag) veröffentlicht.

Nächste Woche folgen dann die Industrieproduktionsdaten (Juli), die Einzelhandelsumsätze (Juli) und das Verbrauchervertrauen (Aug.). An diesem Mittwoch werden der Service-PMI für China (Caixin), Italien und Spanien und am Freitag die Juni-Industrieproduktionsdaten für Deutschland und Frankreich veröffentlicht. (aa)
 

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