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Berenberg: Langfristiges Momentum-Signal am Rentenmarkt?

Ob sich der Wind an den Märkten nachhaltig gedreht hat oder ob es sich bei den Korrekturen der letzten Tage nur um eine Delle im Langfristtrend handelt, versucht Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, in einer aktuellen Kommentierung herauszuarbeiten.

Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
© Berenberg

Die letzten Tage und Wochen lief es an den Renten- und in Folge auch an den Aktienmärkte etwas holprig. Steigende Anleiherenditen geben den Takt an den Märkten vor und sorgen für höhere Volatilität über alle Anlageklassen hinweg, hält Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, fest. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen überschritt in den vergangenen Tagen temporär gar die Marke von 1,6 Prozent. Einige Anleger flüchteten sich in Geldmarkt-Vehikel.

Am Aktienmarkt kam es zu einer ausgeprägten Rotation. Die relativen Gewinner waren Zykliker und Value-Sektoren wie Finanzen und Energie, während defensive Branchen wie Versorger und hochbewertete Wachstumstitel litten, rekapituliert Meyer.

Auch wenn die Anleiherenditen bereits stark gestiegen sind, sodass es auch mal zu Gegenbewegungen kommen kann, dürften diese Trends über die nächsten Wochen tendenziell anhalten, glaubt Meyer. "Die langfristigen Momentum-Signale von systematischen Strategien haben gerade erst für Öl und US-Staatsanleiherenditen gedreht und dürften stärker werden. Schließlich hatte Öl seinen Tiefpunkt letztes Jahr im April. Und auch die Renditen der USStaatsanleihen hatten zumindest einen temporären Tiefpunkt im April", merkt Meyer an.

Kurzfristiger Ausblick
China stellt die Weichen für die Zukunft: Am 4. und 5. März 2021 findet der Nationale Volkskongress statt, an dem über den 14ten Fünfjahresplan abgestimmt wird. Im Fokus dürften neben der wirtschaftlichen Autarkie und Technologieführerschaft die ökologischen Ziele stehen. Geldpolitisch wird es am 11. März spannend. An diesem Tag trifft sich die EZB zur monatlichen Sitzung. Der geldpolitische Umgang mit der aktuellen Euro-Stärke und die steigenden Anleiherenditen dürften Themen sein. (aa)

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