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Berenberg: Die Märkte schleichen nach oben...

Immer neue Höchststände bei den wichtigsten Aktienindizes sorgen dafür, dass sich Investoren am Terminmarkt absichern und damit den Markt indirekt stützen. Für mögliches Korrekturpotenzial sorgen jedoch jene Investoren, die sich aggressiv über Long-Positionen auf weiteres Aufwärtsmomentum setzen.

Bernd Meyer
Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
© Berenberg

Viele Aktienregionen bzw. deren Leitindizes sind jüngst weiter nach oben geschlichen, dank positiver Gewinnrevisionen, andauernder Zuflüsse und Aktienrückkaufprogrammen. Der S&P 500 markierte sein 54. Allzeithoch dieses Jahr. Nachzügler wie US Small Caps und japanische Aktien entwickelten sich überdurchschnittlich, unterstützt durch Short Covering und wieder erstarkendem Konjunkturoptimismus, berichtet Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefanlagestratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, im aktuellen "Berenberg Märkte-Monitor".

Warten auf neue Impulse
Die Anleiherenditen bewegten sich zuletzt seitwärts, trotz weiterhin hohen Inflationszahlen. Der Markt wartet auf neue Impulse seitens der Zentralbanken hinsichtlich der Drosselung der Anleihekaufprogramme. Diese dürfte es bei den im September anstehenden Zentralbanksitzungen geben.

Dass viele Anleger nervös sind und sich absichern, sieht man an der weiter erhöhten impliziten Volatilität – der VIX hat dieses Jahr nie unter 15 geschlossen – und der hohen Differenz zwischen Absicherungs- und Aufwärtspartizipationskosten. Zu sehen sei das laut Meyer auch an der Put-Call Ratio: Die Put-Call Ratio für den Euro Stoxx übertrifft Ende August das Niveau während der Coronakrise und erreicht damit das höchste Niveau seit 2016. Zum Vergleich: Die S&P Put-Call-Ratio liegt hingegen zurzeit nur leicht über dem historischen Durchschnitt.

Jedoch haben systematische Anleger wie Trendfolgestrategien weiter Aktien gekauft, sodass der Markt insgesamt leicht anfälliger geworden sei, merkt Meyer an.
 
Kurzfristiger Ausblick
Nach den jüngst wieder vermehrt falkenhafteren Tönen einiger EZB-Mitglieder dürfte die EZB-Sitzung am 9. September mehr Klarheit über die zukünftige Geldpolitik in der Eurozone schaffen. Politisch wird es am 10./11. September auf der Euro-Gruppe-Sitzung sowie bei den Unterhaus-Wahlen in Russland am 19. September spannend. Diesen Dienstag werden die ZEW-Konjunkturerwartungen (Sep.) sowie die Industrieproduktionsdaten (Jul.) für Deutschland veröffentlicht. Am Donnerstag folgen die Inflationsdaten (Aug.) für China, die Exporte (Jul.) von Deutschland sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA.

Die Industrieproduktionsdaten (Jul.) für Großbritannien, Frankreich und Italien sowie die Erzeugerpreise (Aug.) für die USA werden am Freitag bekannt gegeben. In der Folgewoche werden die Inflationsdaten, das Verbrauchervertrauen, die Einzelhandelsumsätze sowie die Industrieproduktionsdaten der USA für August publiziert. (aa)

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