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Berenberg: Aktienmärkte im Spannungsfeld von Deltavirus und Hedging

Der Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg gibt einen Ausblick darauf, was die Märkte derzeit und die kommenden Tage und Wochen bewegt. Die gute Nachricht für Bullen: Trotz erneuter Pandemie könnten die Aktienmärkte nach unten hin abgesichert sein.

Bernd Meyer
Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
© Berenberg

Während auf Indexebene wenig zu sehen ist und der S&P 500 sogar ein Allzeithoch markiert, gibt es unter der Oberfläche viel Bewegung, schreibt Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg im aktuellen "Berenberg Märkte-Monitor".

Konjunktursensitive Sektoren gehörten tendenziell zu den Underperformern der letzten zwei bis drei Monate, trotz positiver Gewinnrevisionen, da die Zunahme der Corona-Fälle die Anlegerstimmung angekratzt hat. Technologietitel legten hingegen stark zu. Anleiherenditen sicherer Staatsanleihen fielen weiter.

Für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte ist laut Meyer neben der zukünftigen Zentralbankpolitik vor allem entscheidend, in wie weit die Ausbreitung der Delta-Variante das Wirtschaftswachstum belastet. Momentan scheint das Risiko noch gering zu sein, sollte es jedoch nicht zu einer Eindämmung kommen, müssen wohl die optimistischen Konsensus-Konjunkturprognosen nach unten revidiert werden. "Viele Marktteilnehmer sind bereits vorsichtiger geworden und haben sich abgesichert, weswegen der Aktienmarkt es schwer haben dürfte, ohne externen Auslöser deutlich zu fallen", merkt Meyer an.

Laut der Berenberg-Publikation kommt es in Europa aktuell zu deutlich erhöhter Nachfrage nach Absicherungen. Die Put-Call-Ratio für den Euro Stoxx ist so hoch wie zu Zeiten der Coronakrise im März letzten Jahres. Für den DAX ist sie sogar auf einem 14-Jahreshoch. Beim S&P 500 sei die Put-Call-Ratio wiederum nahe ihrem historischen Durchschnitt.

 
Kurzfristiger Ausblick
Die besser als erwartete Q2-Berichtssaison geht langsam zu Ende. Beim S&P 500 haben bereits über 400 Unternehmen berichtet. Mehr als 80 Prozent dieser Unternehmen konnten die Gewinnerwartungen laut Berenberg schlagen.

Geldpolitisch dürfte es in den nächsten zwei Wochen ebenfalls ruhig werden, da das Fed Economic Forum (Jackson Hole) erst Ende August stattfindet und die EZB erst Anfang September tagen wird.

Konjunkturell dürfte es dagegen spannend bleiben. Am Dienstag werden die ZEWKonjunkturerwartungen (Aug.) für Deutschland und am Mittwoch die Verbraucherpreisinflation für die USA bekannt gegeben. Die Industrieproduktionsdaten (Jun.) für Großbritannien und die Eurozone sowie das vorläufige britische Q2-Wirtschaftswachstum folgen am Donnerstag.

Am Freitag wird das US-Verbrauchervertrauen (Uni Michigan, Aug.) und in der Folgewoche die USEinzelhandelsumsätze (Jul.), die US-Industrieproduktionsdaten (Jul.) sowie der Empire Manufacturing Index (Aug.) veröffentlicht. (aa)

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