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Ben Bennett warnt vor einem Ausverkauf am Credit-Markt

Der Head of Credit Strategy bei Legal & General Investment Management warnt Investoren vor äußerst schwierigen Zeiten am Rentenmarkt. Diese Probleme könnten aber auch auf andere Marktsegmente ausstrahlen.

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Ben Bennett, Legal & General Investment Management: "Wir glauben, dass viele Credit-Anleger die Kombination von überzogenen Bewertungen, dem Rückzug der lockeren Geldpolitik und dem Gewicht globaler struktureller Probleme unterschätzen. Wir plädieren daher für eine vorsichtige Positionierung des Credit-Portfolios."

Ben Bennett, Head of Credit Strategy bei Legal & General Investment Management, empfiehlt institutionellen Investoren eine vorsichtige Positionierung ihrer Credit-Portfolios. Denn das Quantitative Tightening der Fed könnte zu steigenden Credit-Spreads führen und damit einige Probleme auslösen. Die Gefahr ist, dass sich viele Investoren von dem noch guten Umfeld blenden lassen und damit am falschen Fuß erwischt werden könnten.

Viele gute News machen unvorsichtig
'Die Credit-Märkte scheinen für viele Marktteilnehmer für 2018 sehr gut aufgestellt zu sein. Das robuste Wirtschaftswachstum sorgt für eine gesteigerte Profitabilität der Unternehmen, während die Inflation nur moderat anzieht. Die kürzlich verabschiedete US-Steuerreform stützt Unternehmensgewinne und reduziert gleichzeitig die Anleiheemissionen, da eine Reihe von großen US-Unternehmen Barmittel für Aktienrückkäufe und Dividenden repatriieren, anstatt Investoren von Unternehmensanleihen um Geld zu bitten. Die Renditen auf Staatsanleihen könnten zwar etwas steigen, das sollte jedoch durch engere Creditspreads kompensiert werden und zu einem weiteren Jahr mit gemäßigten, aber positiven Gesamterträgen für die Kreditmärkte führen. „Angesichts der überzogenen Unternehmensbewertungen und der Tatsache, dass viele Investoren in dieselben Positionen investiert sind, ist dieses Szenario noch das Beste, auf das Anleger hoffen können“, sagt Ben Bennett, Head of Credit Strategy bei Legal & General Investment Management. Denn seiner Meinung nach gibt es ein zweites, weniger positives Szenario: „Wenn sich die Marktbedingungen verschlechtern, könnte dies zu einem destabilisierenden Ausverkauf führen.“

Ausverkauf voraus?
Dass es zu einer Verschlechterung des Marktumfelds komme, sei nicht unwahrscheinlich: Die langfristigen Auswirkungen der Aufhebung der quantitativen Lockerung stelle eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, vor allem angesichts globaler struktureller Probleme wie dem Schuldenüberhang. „Die Emissionen von Staatsanleihen werden dieses Jahr dramatisch ansteigen und die Investoren müssen das auffangen. In den vergangenen Jahren haben Zentralbanken die Staatsanleihen zuverlässig aufgekauft“, sagt Bennett. „Das hat nicht nur die Renditen niedrig gehalten, sondern auch die Investoren in alternative Märkte gedrängt, wie den Credit-Markt. Diese Dynamik dürfte sich nun allerdings umdrehen.“ Die Renditen von Staatsanleihen und der Inflationsdruck könnten weiter steigen. „Die Drosselung der Anleihenkäufe sorgt für höhere Renditen. Das wiederum entfacht die Sorge der Anleger um ihre Erträge. Die Nachfrage sinkt entsprechend und treibt die Spreads in die Höhe“, so Bennett weiter. Sollte die geldpolitische Straffung zudem zu einem steigenden Dollar führen, seien die Schwellenländer besonders gefährdet. Auch bei hochverzinslichen Anleihen könnten angesichts der verschärften Finanzierungsbedingungen höhere Ausfälle zu erwarten sein.

Risiken für das Weltwirtschaftswachstum
„Eine Rezession der Weltwirtschaft ist unserer Meinung nach zwar nicht in Sicht. Diese ist jedoch auch keine Voraussetzung für die Ausweitung der Creditspreads. Tatsächlich ist es eher so, dass diese Ausweitung der Creditspreads oft den wirtschaftlichen Problemen vorausgeht“, sagt Bennett. Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte die Verschärfung der Kreditbedingungen das Wachstum gegen Ende des Jahres belasten. Spezifischere Abwärtsrisiken für das Jahr 2018 stellten die sich verschärfende chinesische Verschuldung, geopolitische Spannungen und eine zunehmende Anti-Globalisierungs-Politik dar.

Angesichts des derzeitigen niedrigen Ausgangspunkts für Renditen und Creditspreads sei es schwer zu argumentieren, dass Upside-Return-Szenarien in etwa die gleiche Größenordnung haben könnten. „Wir glauben, dass viele Credit-Anleger die Kombination von überzogenen Bewertungen, dem Rückzug der lockeren Geldpolitik und dem Gewicht globaler struktureller Probleme unterschätzen. Wir plädieren daher für eine vorsichtige Positionierung des Credit-Pportfolios“, schließt Bennett. (aa)

 

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