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Beliebtes Schwellenland im Abverkauf

Der indische Aktienmarkt hat seit Jahresanfang scharf korrigiert. Martin Schulz von Federated Hermes äußert sich zu den Gründen und den Aussichten.

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Eckpunkte:

  • Indiens Aktienmarkt ist zuletzt in der Investorengunst gesunken
  • Höhere Energiepreise und hohe Bewertungen waren ein zu großer Widerspruch
  • Auf längere Sicht ist Indien jedoch hochinteressant

Die indischen Aktienmärkte erlebten jüngst einen stärkeren Abverkauf. Der MSCI India gab seit Jahresbeginn um bis zu 18 Prozent nach und steht momentan rund 13 Prozent unter dem Wert zu Jahresanfang. Martin Schulz, Leiter International Equities Group bei Federated Hermes, sieht darin eher eine zyklische Korrektur als einen strukturellen Bruch.

Korrektur hoher Bewertungen
Die hohen Bewertungen und relativ schwachen außenwirtschaftlichen Kennzahlen galten schon länger als Probleme des indischen Aktienmarkts. "Das aktuelle Umfeld hat diese Einschätzung bestätigt", so Schulz. Steigende Energiepreise heizen die Inflation an, vergrößern das Leistungsbilanzdefizit und setzen die Rupie unter Druck, während Kapitalabflüsse und ein starker US-Dollar die kurzfristige Volatilität zusätzlich verschärft haben.

Gleichzeitig konzentrierten sich internationale Anleger zuletzt auf den KI-Sektor, und da sind Hardware-orientierte Märkte wie Korea und Taiwan deutlich stärker im Fokus. "Da Indiens Verbindung zur künstlichen Intelligenz eher indirekt über IT-Dienstleistungen verläuft, belasten die aktuelle Marktstimmung und der Fokus auf Hardware die relative Performance des Landes", sagt Schulz. Solange der KI-Investitionszyklus das Geschehen dominiert, dürfte dieser Trend seiner Meinung nach anhalten.

KI-Boom ohne indische Beteiligung
Er sagt: "Die Neuausrichtung der globalen Kapitalströme zugunsten KI-begünstigter Märkte sowie die Besorgnis über den Iran-Krieg und die gestiegenen Energiepreise haben dazu geführt, dass ausländische Investoren sich aus Indien zurückgezogen haben." Noch stützen inländische und private Anleger den Markt, doch besteht das Risiko, dass dieser Rückhalt nachlässt, sollte das Vertrauen schwinden.

Vieles spricht langfristig für Indien
Doch abseits der KI-Schwäche bleibe Indien eine konsumgetriebene Volkswirtschaft, geprägt von vorteilhaften demografischen Rahmenbedingungen und einer jungen, zunehmend qualifizierten Erwerbsbevölkerung. Dazu kommen kontinuierliche Fortschritte bei der Digitalisierung sowie der finanziellen Inklusion. Langfristig stimmt das positiv für Indien. Kurzfristig aber bilden Währungsschwankungen und Kapitalströme die entscheidenden Variablen, die es zu beobachten gilt. (jh)

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