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Beginn einer neuen Klagswelle? CS wegen Volatilitäts-ETF vor dem Kadi

Immer mehr Investoren versuchen, die hohen Verluste mit börsengehandelten VIX-Produkten (ETPs) wieder hereinzuholen. Die Credit Suisse ist nun von einem Investor verklagt worden, der sich im letzten Monat mit einer Wette gegen Aktienmarktturbulenzen die Finger verbrannt hat.

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© Sebastian Duda / Fotolia

Rajan Chahal reichte die Klage am Bundesgericht in New York gegen die Bank, CEO Tidjane Thiam und Finanzchef David Mathers ein, berichtet Bloomberg News. Der Vorwurf lautet, die Bank habe nicht offen gelegt, dass sie ihre VelocityShares Daily Inverse VIX Short-Term ETNs, die unter dem Handelssymbol XIV bekannt sind, manipuliert habe. Chahal hat zudem den Status einer Sammelklage im Namen anderer Käufer beantragt.

Sammelklage kommt wohl auf die CS zu

Die US-Aufsichtsbehörden prüfen bereits die Implosion einer Reihe von börsengehandelten VIX-Produkten im vergangenen Monat - Produkte, die für Gewinne in ruhigen Märkten konzipiert sind. Der Blowup - in dessen Mittelpunkt ein Ausbruch der Volatilität am 5. Februar steht - hat eine kleine Nische der mehr als drei Billionen Dollar schweren ETF-Branche ins Rampenlicht gerückt, die jedem, von Hedgefonds bis zu unbedarften Anlegern, ein Engagement in komplexen Handelsstrategien ermöglicht. 

Manipulationsvorwurf erhoben

"Die Credit Suisse hat die Inverse VIX Short ETNs aktiv manipuliert, indem sie ihre Bestände in verschiedenen Finanzprodukten liquidiert hat, um einen Verlust zu vermeiden", schrieben die Anwälte von Chahal in der Klageschrift. Der Antrag stützt sich hauptsächlich auf Informationen, die bereits öffentlich sind. Darüber hinaus wird angemerkt, dass Chahal darauf abzielt, mehr Beweise zu liefern, um den Fall während des Verfahrens zu untermauern. 

Bank kontert: Risiken waren offengelegt

Die Credit Suisse hat die Behauptungen in einer Stellungnahme bestritten. Der öffentlich zugängliche Prospekt habe die Risiken einer Anlage in XIV, die nur für anspruchsvolle institutionelle Kunden gedacht seien, akkurat und umfassend dargelegt, erklärte die Zürcher Bank. Credit Suisse habe kein Verhalten verfolgt, das darauf abgestellt war, Anleger im Hinblick auf den Wert von XIV die Irre zu führen oder den Rückgang beim XIV-Preis am 5. Februar 2018 zu verursachen. 

Gut 95 Prozent Verlust

Was zuerst in ruhigen Vola-Zeiten wie eine Lizenz zum Gelddrucken aussah und den Investoren phänomenale Renditen bescherte, erwies sich Anfang Februar als Milliardengrab. Zuvor war der Marktwert der XIV ETNs Ende Januar auf über zwei Milliarden US-Dollar gestiegen, bevor die Geldvernichtung einsetzte. Die Wertentwicklung bildet der folgende Bloomberg-Chart ab:

Credit Suisse hatte kurz darauf angekündigt, man würde Anteile an dem Produkt zurückkaufen, da keine Aussicht auf eine Preiserholung bestehe. (kb)

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