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Bedeutet das "Phase-One"-Handelsabkommen USA/China einen Neuanfang?

Der erste Teil des Handelsabkommen zwischen den USA und China zwingt das Reich der Mitte zu erhöhten Wirtschaftsinterventionen. Das dürfte den Weg in Richtung einer "normalen" Marktwirtschaft in China nicht gerade erleichtern, meinen die Experten des DWS Group.

Johannes Müller
Johannes Müller, DWS Head of Macro Research
© Archiv

Nach dem chinesischen Mondkalender steht das neue Jahr kurz bevor. 2020 wird das Jahr der Ratte sein. In der chinesischen Kultur gelten Ratten als Zeichen für Reichtum und Überschuss. Das scheint die Entwicklung des Landes in den letzten Jahrzehnten durchaus treffend zu beschreiben. Wie der folgende Chart zeigt, ist der Anteil Chinas am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP), gemessen in Kaufkraftparität, seit 1980 fast um das Zehnfache gestiegen. Das Land macht heute etwa ein Fünftel der weltweiten Produktion aus. Das entspricht, nur nebenbei, ziemlich genau seinem Anteil an der Weltbevölkerung. 

Anteil Chinas am globalen BIP hat sich seit 1980 fast verzehnfacht

Wie lange kann diese Entwicklung noch anhalten?
Das jüngste "Phase-One "-Handelsabkommen zwischen China und den USA ist ein gemischter Segen, meinen die DWS-Experten. Auf der einen Seite ist natürlich jeder Waffenstillstand in den Feindseligkeiten willkommen. Ebenso willkommen ist die Stärkung der Rechte an geistigem Eigentum in China sowie die Aufhebung von Beschränkungen bei Anteilsbesitzen an chinesischen Firmen, auch aus dem Finanzsektor, durch ausländische Firmen. Auf der anderen Seite wird jedoch die Abhängigkeit des Abkommens von quantitativen Zielen für den chinesischen Kauf von US-Waren und -Dienstleistungen den Einfluss der Regierung auf die chinesische Wirtschaft nur noch weiter stärken. Und natürlich wurden Konflikte technologischer Natur in Bereichen wie künstliche Intelligenz, von beiden Seiten als entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit angesehen, nur verschoben. Kurzfristig belastet auch der Ausbruch des tödlichen Coronavirus.

Handelssteuerung widerspricht Entwicklung zu einer normalen Marktwirtschaft
"Im vergangenen Jahrzehnt hat China erneut große Fortschritte gemacht", argumentiert Johannes Müller, DWS Head of Macro Research. "Es hat seine Abhängigkeit von Investitionen und exportgetriebenem Wachstum reduziert und gleichzeitig den Konsum, die Dienstleistungen und die nachhaltige Entwicklung gefördert. Doch statt weitere Fortschritte auf dem Weg zu einer normalen Marktwirtschaft zu machen, ist es nun gezwungen, den Handel noch stärker zu steuern. Das dürfte ein Schritt in die falsche Richtung sein, sowohl für China als auch für den Rest der Welt." (kb)

 

 

 

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