Batteriespeicher bieten vorübergehend "außergewöhnliche" Chancen
Sinkende Investitionskosten und stark schwankende Strompreise schaffen nach Einschätzung von re:cap derzeit besonders attraktive Bedingungen für Batteriespeicher. CEO Thomas Seibel sieht Renditen von 12 bis 14 Prozent – rechnet aber damit, dass sich das Umfeld in einigen Jahren normalisiert.

Eckpunkte:
- Investitionskosten in fünf Jahren um rund 50 Prozent gesunken
- re:cap strebt derzeit Renditen von 12 bis 14 Prozent an
- Batteriespeicher können Solar- und Windinvestments diversifizieren
Für Investoren in Batteriespeicher hat sich nach Einschätzung von Thomas Seibel, CEO von re:cap, derzeit ein günstiges Umfeld ergeben. "Bei Batteriespeichern hat sich gerade ein außergewöhnlich attraktives Renditefenster geöffnet. Die Investitionskosten sind in den vergangenen fünf Jahren um rund 50 Prozent gesunken, gleichzeitig hat die Volatilität der Strompreise durch den Ausbau der erneuerbaren Energien zugenommen", sagte Seibel bei einem Interview in Frankfurt.
Gerade die Schwankungen am Strommarkt sind für Betreiber von Batteriespeichern eine wichtige Erlösquelle. Speicher können Strom aufnehmen, wenn die Preise niedrig oder negativ sind, und ihn wieder ins Netz einspeisen, wenn die Preise steigen. Nach Angaben Seibels liegt der durchschnittliche Day-Ahead-Spread in Deutschland 2026 bislang bei fast 300 Euro je Megawattstunde. Je größer die Preisunterschiede, desto attraktiver sei grundsätzlich das Arbitragegeschäft.
"Volatilität ist Teil des Geschäftsmodells"
"Bei Batteriespeichern ist Volatilität kein Problem, sondern Teil des Geschäftsmodells", bringt Seibel die Logik auf den Punkt. re:cap konzentriert sich bei seinem European Battery Storage Fund auf Standalone-Batteriespeicher, die Strom aus dem Netz aufnehmen und wieder einspeisen können. Ein typisches Projekt mit 50 Megawatt Leistung und 100 Megawattstunden Speicherkapazität kostet nach seinen Angaben derzeit all-in rund 30 bis 35 Millionen Euro.
"Wir sehen derzeit ein Zeitfenster, in dem sich Renditen von 12 bis 14 Prozent erzielen lassen", sagt Seibel. Als wesentliche Unsicherheitsfaktoren nennt er allerdings Strompreis-, regulatorische und technische Risiken.
Renditefenster dürfte sich normalisieren
Das "außergewöhnlich attraktive" Umfeld werde nur für die nächsten drei bis fünf Jahre Bestand haben, so Seibel. Der Grund: Mit dem weiteren Ausbau der Batteriespeicher dürfte der Wettbewerb zunehmen und das Renditeniveau zurückgehen.
Bei der Auswahl geeigneter Märkte achtet re:cap deshalb neben den aktuellen Erlösmöglichkeiten darauf, wie stark die erneuerbaren Energien ausgebaut werden, wie intensiv der Wettbewerb unter Speicherbetreibern ist und in welchem Umfang Kannibalisierung droht. Hinzu kommen Netzkosten, Regulierung, Marktzugang und das makroökonomische Umfeld.
Großes Ausbaupotenzial
Noch spricht nach Ansicht Seibels allerdings einiges für ein attraktives Marktumfeld. Der Ausbau der Batteriespeicher halte derzeit nicht mit dem Zubau erneuerbarer Energien Schritt. Allein die installierte Photovoltaikleistung in Deutschland soll demnach von derzeit rund 120 auf etwa 210 Gigawatt bis 2030 steigen.
Für institutionelle Investoren sieht Seibel zudem einen weiteren Vorteil: Batteriespeicher können eine diversifizierende Funktion in bestehenden Erneuerbaren-Portfolios übernehmen. "Für viele Investoren kann ein Batteriespeicherinvestment auch als Absicherungsinstrument oder Hedge zu bestehenden Solar- und Windinvestments gesehen werden. In der Vergangenheit war die Korrelation der Batterieerlöse sowohl zu Solar als auch zu Wind negativ." (dv)

