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Barings: Diese Chancen und Risiken müssen EMD-Investoren kennen

Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Emerging Marktes Debt bei Barings, erläutert die Chancen und Risiken von Emerging-Markets-Anleihen im aktuellen Marktumfeld.

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Dr. Ricardo Adrogué, Barings: „Wir investieren weiterhin in Ländern, die unserer Ansicht nach solide Fundamentaldaten vorweisen können und mit allem Nötigen gerüstet sind, um den heutigen Risiken widerstehen zu können.“
 
© Barings

Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Emerging Marktes Debt bei Barings, glaubt laut einer aktuellen Markteinschätzung, dass auch inmitten erhöhter Marktschwankungen der wirtschaftliche Hintergrund für Anleihen aus Schwellenländern (EMD) im Wesentlichen positiv bleibt. Dazu verweist er auf das globale starke Wachstum und betont: „Die Inflation in den EM-Ländern befindet sich nach wie vor auf dem tiefsten Punkt der letzten 17 Jahre. Die Zahlungs- und Leistungsbilanzen sind in den EM-Ländern im Großen und Ganzen stabil. Viele EM-Volkswirtschaften haben erhebliche Anpassungen ihrer Außenbilanzen erfahren.“

Seine Pro-Argumentation basiert auf folgenden Punkten:

  • Auf Basis eines gesunden wirtschaftlichen Wachstums und höherer Rohstoffpreise haben sich die Fundamentaldaten von Unternehmen in Schwellenländern weiter verbessert.
  • In vielen Fällen sorgte die jüngste Volatilität bei den Schwellenländer-Anleihen für attraktive Bewertungen in Bezug auf die Fundamentaldaten von Unternehmen.

Es gibt aber eine Reihe von Risiken, die hauptsächlich aus der Geld- und Handelspolitik der USA, aber auch den amerikanischen Steuern, der Deregulierung und der Immigrationspolitik erwachsen:

  • Höhere Zinssätze in den USA haben EM-Ländern mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und geringer Kreditwürdigkeit geschadet, und ebenso jenen Ländern, die besonders auf ausländische Finanzierungen angewiesen sind, wie die Türkei, Argentinien oder Ecuador.
  • China wiederum dürfte aufgrund seiner ausgedehnten Ressourcen (beispielsweise Währungsreserven) und des politischen Systems in der Lage sein, die Wirtschaft vor einem größeren Rückschlag zu bewahren.
  • Das Ausfallrisiko der Türkei in Bezug auf Staatsanleihen schätzt Adrogué als gering ein. Für ihn besteht das größere Risiko darin, dass die Wirtschafts- und Währungskrise der Türkei dazu führen könnte, dass die globalen Banken in Europa ihr Engagement auch in anderen EM-Ländern reduzieren.
  • Politische Risiken resultieren insbesondere aus den anstehenden Wahlen in aufstrebenden Märkten wie Brasilien, Thailand, Südafrika oder Argentinien.
  • Auf Unternehmensebene haben Makro- und länderspezifische Risiken nur geringe oder keine Auswirkungen auf die Solidität und Stärke der meisten Einzelemittenten von Schwellenländer-Anleihen.

Daher lautet Adrogués Fazit: „Wir investieren weiterhin in Ländern, die unserer Ansicht nach solide Fundamentaldaten vorweisen können und mit allem Nötigen gerüstet sind, um den heutigen Risiken widerstehen zu können.“ Dazu zählt Adrogué Länder wie Brasilien, Chile, Indonesien, Malaysia, Mexiko, Polen, Russland, Südafrika, Südkorea und Ungarn. (aa)

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