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Bantleon: Warum Schwellenländeranleihen noch immer interessant sind

Warum Großanleger trotz gestiegener Notierungen weiterhin in Emerging Market Debt allokiert sein sollten, erläutert Bantleon.

Alexander Posthoff, Bantleon
Alexander Posthoff, Bantleon
 
© Bantleon AG

Institutionelle Investoren konnten sich in den vergangenen Wochen über deutliche Kursanstiege bei Staatsanleihen aus den Emerging Markets (Emerging Market Debt, EMD) freuen. Gleichzeitig sind die Risikoprämien auch hier gegenüber US-Staatsanleihen gesunken und haben inzwischen die Niveaus erreicht, die sie vor der Coronavirus-Krise hatten, berichtet Alexander Posthoff, Senior Portfolio Manager bei Bantleon.

Die Rendite des Bloomberg Barclays Emerging Markets USD Aggregate Total Return Index liegt derzeit bei rund 310 Basispunkte über der von zehnjährigen US-Treasuries und damit immer noch 30 Basispunkte über den Niveaus von 2019 sowie 100 Basispunkte über den historischen Tiefs von Anfang 2018.

Gute Gründe für Emerging-Markets-Anleihen
Auch wenn das Performancepotenzial kleiner geworden sei, sprechen Posthoff zufolge unverändert eine Reihe von Argumenten für Investitionen in Emerging-Markets-Staatsanleihen.

Auf fundamentaler Seite sei dies vor allem die globale Konjunkturerholung, gemessen an den weiter steigenden globalen Einkaufsmanager-Indizes. Obwohl diese Indizes seit dem Sommer weiter kräftig gestiegen sind, pausierten die Risikoaufschläge von Emerging-Markets-Staatsanleihen zunächst wegen der wiederaufflammenden Sorgen um die Coronavirus-Pandemie.

Erst die positiven Nachrichten zur Impfstoffentwicklung Anfang November ließen erneut die Risikoaufschläge sinken. Sollte es weitere hoffnungsvolle Nachrichten zur Entwicklung von Impfstoffen geben oder sollten in absehbarer Zeit Impfungen möglich sein, dürfte dies der konjunkturellen Erholung in den Emerging Markets zusätzlichen Auftrieb verleihen.

Schwächerer US-Dollar hilft
Ein weiterer wichtiger Grund für die Attraktivität von Emerging-Markets-Staatsanleihen sei die fortgesetzte Abwertung des US-Dollars. Seit dem Frühsommer tendiert die US-Währung wieder schwächer und handelt aktuell bei etwa 1,19 gegenüber dem Euro. Spiegelbildlich verringerten sich die Risikoprämien gemessen am Bloomberg Barclays Emerging Markets USD Aggregate Total Return Index.

Positive Renditen locken westliche Investoren
Auch die immer noch relativ hohen Renditen von Staatsanleihen der Emerging Markets sprechen für weitere Kursgewinne: Anders als ihre Pendants aus der Eurozone und den G7-Staaten bieten sie Investoren immer noch mehrheitlich positive Renditen.

Daher könnten Posthoff zufolge Investoren wohl auch im kommenden Jahr verstärkt auf diese Anlageklasse und hier verstärkt auf längere Laufzeiten setzen. Die Mittelzuflüsse – gemessen an den Volumina der ETF – sind im laufenden Jahr inzwischen wieder positiv, liegen aber immer noch unter den durchschnittlichen Mittelbewegungen der vergangenen Jahre. Investoren seien in dieser Anleihenklasse also immer noch deutlich unterinvestiert, was ein enormes Nachfragepotenzial birgt.

Beimischung macht Sinn
Trotz guter Gründe für die Attraktivität sollten Anleger ihre Investitionen unverändert stark streuen und Emerging-Markets-Staatsanleihen weiterhin nur als Beimischung in ihrem Gesamtportfolio betrachten. Auch wenn politische Risiken zuletzt in den Hintergrund getreten sind, könnten diese doch insbesondere nach der Machtübergabe im Weißen Haus wieder aufflammen.

Ausgesprochen schwache Emerging Markets – wie zum Beispiel Libanon, Sambia und Sri Lanka – bieten zwar mit weit über 20 Prozent p.a. sehr hohe Renditen, sind aber Länder, wo die Rückzahlung der aufgenommenen Schulden stark gefährdet ist. Dort ist das Risiko eines Totalausfalls groß.

"Ein ausgewogeneres Risiko-Ertrags-Profil bei immer noch relativ hohen Renditen bieten hingegen Brasilien mit etwa drei Prozent sowie Ägypten und Oman mit um die fünf Prozent p.a. Wer es etwas defensiver mag, kann sich in Fernost umschauen, zum Beispiel in Indonesien oder den Philippinen. Dort sind noch durchschnittlich zwei Prozent p.a. zu holen", erklärt Posthoff abschließend. (aa)

 

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