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Bantleon: Unterbrochener Teufelskreis macht diese Anleihen attraktiv

Die Geldpolitik der EZB scheint im Falle Italiens doch noch Früchte zu tragen und hat den Teufelskreis aus maroden Banken und überschuldeten Staaten, die sich gegenseitig in Schwierigkeiten bringen, unterbrochen. Dadurch sind italienische Anleihen wieder interessant bewertet.

Jörg Angelé, Bantleon
Jörg Angelé, Bantleon
 
© Bantleon

Institutionelle Investoren sollten sich laut Ansicht von Jörg Angelé, Senior Analyst Economic Research bei Bantleon, italienische Anleihen näher ansehen. Denn die expansive Geldpolitik der EZB kommt dem italienischen Staat und insbesondere italienischen Banken zu Gute. Letztere profitieren laut Angelé vor allem die Neuauflage der ultralangen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) zu Gute. Statt sich am Kapitalmarkt Geld für ein, zwei oder gar drei Prozent zu besorgen, können sie sich bis ins Jahr 2024 bei der EZB zu null Prozent bedienen. Entlastet werden die Banken auch durch die Einführung des gestaffelten Einlagensatzes. „Abgesehen von portugiesischen Instituten sind italienische Finanzhäuser die einzigen, die ab November gar keine Strafzinsen mehr auf bei der EZB geparktes Geld bezahlen müssen. Beides wird den Banken helfen, ihren Bestand an „faulen“ Krediten weiter abzubauen“, merkt Angelé an.

Italien spart sich viele Milliarden an Zinszahlungen
Neben den Geldhäusern profitiere auch der italienische Staat von der expansiven Geldpolitik der EZB. So würden die Zinszahlungen auf den enormen Berg an Schulden weiter sinken - in den nächsten Jahren um rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Dies dürfte laut Angelé dazu beitragen, das Haushaltsdefizit stabil zwischen zwei und drei Prozent des BIP zu halten und gleichzeitig eine expansive Haushaltspolitik zu fahren. „Der während und im Nachgang der Euro-Schuldenkrise gefürchtete Teufelskreis aus insolventen Banken und der Unfähigkeit des Staates, diese aufzufangen, hat in den letzten Jahren erheblich an Schrecken verloren“, betont Angelé. An den Märkten spiegle sich das in der Entwicklung des Risikoaufschlags gegenüber deutschen Staatsanleihen wider. Bei zehnjährigen Anleihen habe sich dieser Spread seit November 2011 von 496 Basispunkten (Bp) auf 148 Bp im laufenden Monat eingeengt.

Kursanstiege könnten weitergehen
Angelé glaubt, dass diese Spreadeinengung noch nicht gänzlich ausgereizt sei. Zwar blieben der italienischen Wirtschaft trotz der Fortschritte im Bankensystem andere strukturelle Probleme, wie das geringe bzw. nicht vorhandene Produktivitätswachstum und die politische Instabilität, erhalten. Im Jahr 2020 dürften aber mehrere günstige Faktoren zusammenkommen, die diese strukturellen Probleme überlagern. „Wir sehen daher gute Chancen, dass der Trend sich einengender Spreads Bestand haben wird“, prognostiziert Angelé abschließend. (aa)

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