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Bankhaus Krentschker über die Chancen auf eine Jahresendrallye

Das Tochterunternehmen der Steiermärkischen Sparkasse ist für die weitere Aktienmarktentwicklung 2018 positiv gestimmt. Das liegt u.a. an der fundamentalen Bewertung und daran, dass bereits viele Risiken eingepreist seien. Nun liegt die Hoffnung auf der Saisonalität, also einem guten Dezember.

Alexander Eberan, ​Bankhaus Krentschker
Alexander Eberan, Vorstand des Bankhauses Krentschker 
© Krentschker

Investoren sollten die vielfach erwartete Jahresendrallye trotz aller Krisenmeldungen noch nicht ad acta legen. Wie realistisch die Hoffnung darauf sei, dieser Frage geht der Vorstand des Bankhauses Krentschker, Alexander Eberan, in seinem jüngsten Marktkommentar nach.

Das Augenmerk aller Marktteilnehmer werde demnach auch in den letzten Wochen des Jahres den bekannten politischen Faktoren gelten – Stichworte Brexit, Italien, US-Strafzölle. Die politischen Unsicherheiten könnten zum Jahresausklang der Spielverderber für eine bessere Entwicklung an den Märkten sein. Dem stehen aber gute fundamentale Daten gegenüber, sodass noch Hoffnung auf einen positiven Abschluss des bislang sehr negativen Quartals bestehe. 

Aktien sehen zumindest am ersten Blick wieder günstig aus
Zuletzt sei es laut Eberan zu einer starken Unterbewertung in einigen Regionen gekommen, da die genannten Risiken in den Kursen bereits eingepreist seien. So weist zum Beispiel der europäische Aktienmarkt (Aktienindex Eurostoxx 50) derzeit ein KGV von 14,06 auf, was deutlich unter dem historischen Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 17,10 liegt. Ähnliche Unterbewertungen sind ebenso an den Emerging Markets und in Japan zu finden.

Wie in Europa und Asien seien auch in den USA die fundamentalen Daten weiterhin gut und weit von einer Rezession entfernt. Die Ergebnisse der US-Firmen für das dritte Quartal fielen laut Eberan aufs Neue größtenteils besser aus als die ohnehin schon sehr hohen Erwartungen der Analysten. "Die US-Wirtschaft steht also auf stabilen Beinen und daran dürfte auch das 4. Quartal nichts ändern", erklärt der Vorstand.

Saisonalität sollte Rückenwind geben
Zusätzliche wirtschaftsbelebende Impulse werden die USA im letzten Quartal des Jahres auch vom Weihnachtsgeschäft bekommen. Insgesamt verzeichnete der S&P 500 Index in den letzten zehn Jahren nur in einem einzigen Jahr (2012) ein negatives 4. Quartal (gemessen in Euro), wodurch berechtigte Hoffnung bestehe, dass das aktuell negative Quartal noch ins Positive drehe, was ausgehend von den derzeitigen Niveaus einer Aktienrallye gleichkommen würde.

Politische Risiken weiterhin hoch
Politisch fehlen allerdings allerorts die klaren Linien: Trotz einer Vielzahl an Verhandlungsrunden gibt es weder beim Thema Brexit, zu welchem der kürzlich beschlossene „Trennungsvertrag“ erst noch vom britischen Parlament abgesegnet werden muss, noch beim Streit um den italienischen Haushaltsplan zwischen den Italienern und der EU eindeutige Ergebnisse.

Deshalb dürften diese Themen auch in naher Zukunft noch die Stimmung an den Märkten beeinträchtigen, fürchtet Eberan – mit der genannten Einschränkung, dass die Märkte diese Themen bereits ausreichend negativ eingepreist haben dürften: So sind etwa die Risikoaufschläge italienischer Anleihen gegenüber den deutschen Pendants zuletzt deutlich gestiegen. Eine echte Eskalation zwischen Italien und der EU erwartet Eberan auch nicht, da beide Seiten dabei zu viel zu verlieren hätten.  

Auf der anderen Seite des großen Teichs stellt US-Präsident Donald Trump in seiner Unberechenbarkeit einen weiteren politischen Unsicherheitsfaktor dar. Obwohl die Dominanz von Trump und seiner Partei, den Republikanern, im US-Kongress nach den kürzlich erfolgten Mid Term Wahlen gebrochen werden konnte, könnte er jederzeit einen erneuten „risk on“-Modus an den Märkten auslösen:  Denn in der Außenpolitik bleibt ihm weitgehend freie Hand. Zumindest klangen die Aussagen des Weißen Hauses zu einer Ausweitung der Strafzölle Anfang November etwas versöhnlicher.

Jahresendrallye möglich
Berücksichtigt man die Auspreisung politischer Risiken, ist somit eine Jahresendrallye nicht auszuschließen. "Jedenfalls bieten die aktuellen Bewertungen vieler Aktien unter Abwägen aller Für und Wider derzeit äußerst günstige Einstiegschancen", erklärt Eberan abschließend. (aa)

 

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